Grime

Stormzy im Astra

Wütende Kracher: Englands Grime-Speerspitze Stormzy flirtet mit dem Mainstream

Verschränkte Arme in Trainingsanzügen und böse Blicke vor heruntergekommenen ­Kaschemmen. Der Süden Londons mit seinem markanten Akzent ist ein heißes Pflaster. Michael Omari wuchs in den Stadtteilen Thornton Heath und Croydon auf. Als Stormzy erlangte er Bekanntheit durch Hinrotzen ­aggressiver Sprechgesänge zu bassigen Beats, erst in Clubs, dann vor der Kamera. Denn geklickt wird das auf Youtube im siebenstelligen Bereich.
Grime nennt sich das, eine Melange aus HipHop, Dubstep und UK Garage. In den letzten drei Jahren nahm die Grime-Szene mächtig an Fahrt auf. Spannend ist, dass sich diese Subkultur so unabhängig von amerikanischen Trendanbandelungen entwickelt hat, mit Stormzy voran. Aber er will mehr, will sich ausprobieren. Auf seinem in diesem Jahr erschienenden Debütalbum „Gang Signs & Prayer“ fährt er zweigleisig: Da sind die pompösen, wütenden Grime-Hymnen, und da sind viel ausgeklügeltere, nuanciertere R’n’B-, ja, Pop-Balladen. Kürzlich sah man ihn an der Seite von Platinplaketten-Sammler Ed Sheeran bei den Brit Awards auftreten. Und ein Song mit Nu-Metal-turned-Mainstream-Band Linkin Park entstand. Diese Annäherung hat auch der Tour-Voract Lethal Bizzle hinter sich. ­Einige seiner Dance-Kracher landeten schon in den Charts. Mal sehen, ob und wann es Stormzy zu viel Schickimicki wird. Eine Villa fernab dunkler Gassen kann er sich bestimmt jetzt schon leisten.

Astra Revaler Str. 99, Friedrichshain, Di 16.5., 20 Uhr, VVK 26 €

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