Konzerte & Party

Stornoway im Bi Nuu

Stornoway

Wer oft nach Schottland reist und auch schon den Äußeren Hebriden einen Besuch abgestattet hat, kennt die Kleinstadt, die Stornoway heißt. Sie ist auf der Inselkette der größte Ort und verfügt über einen wichtigen Fährhafen. Für die Meteorologen des BBC-Fernsehens hat sie auch eine Bedeutung: Auf ihrer Wetterkarte ist Stornoway seit Langem als nördlichster Punkt vermerkt. Das dürfte ein Grund sein, warum sich eine Band aus dem viel weiter südlich gelegenen Oxford diesen Namen gegeben hat. Jede Ausstrahlung des Wetterberichts bedeutet für sie automatisch Extrawerbung. Nötig haben Gründer Brian Briggs und seine drei Mitstreiter diese Promotion aber nicht. Ihre Arbeit überzeugt so oder so. Stornoway machen Musik, in der Indie-Rock, Folk, Psychedelia und etwas Jazz in etwa so zueinander finden, wie man es von James oder den Decemberists kennt. Sie haben die Popsongs „Fuel Up“ und „The Bigger Picture“ im Programm, an die man sich erinnert. Sie sind Freunde akustischer Instrumentierung, spielen dabei aber nicht so traditionsbewusst wie beim Liederabend im Pub. Trompeten, Violinen, Klarinetten, ein Piano oder ein Hackbrett sorgen für Abwechslung. Zudem haben Stornoway ein Faible für Landschaftsbilder aus einer Zeit, als es noch keine Windräder gab. Briggs erzählt zum Beispiel von Leuten, die durch ein Tal wandern, in dem Krähen und Raben den größten Krach machen und wo man sich vorstellt, wie es sich wohl ohne Telefon und Elektrizität leben würde. Auf so etwas kommen nur Naturburschen. Stornoway trauen sich aber auch schon mal in die Großstadt. Vor gut zwei Jahren waren sie schon einmal in Berlin, und jetzt kommen sie wieder, um ein erneut fabelhaftes Album vorzustellen, das „Tales From Terra Firma“ heißt. Der Abend sei vor allem denen wärmstens empfohlen, die von den Stadion-Volksfesten von Mumford & Sons langsam genug haben.

Text: Thomas Weiland

Stornoway, Bi Nuu, Fr 12.4, 20 Uhr, VVK: 19 Euro

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