Konzerte & Party

Stornoway spielen im Magnet

Stornoway

Von wegen, die klassische Kleinanzeige hätte ausgedient: Stornoway etwa konnten auf diesen Weg ihren leeren Platz am Bass füllen. Bis dahin bestand die Band aus Oxford nur aus Songwriter und Gitarrist Brian Briggs sowie Kommilitone und Tastenmann Jonathan Ouin. Ins Gespräch gekommen war man über die geteilte Liebe zu den Harmonie-Virtuosen Teenage Fanclub. Bassist Ollie Steadman, der sich aufs Inserat meldete, löste dann auch gleich das Schlagzeug-Problem – und brachte Bruder Rob mit ins Boot. Das ist vier Jahre her; seither haben sich Stornoway zu Oxfords Lieblingen entwickelt, noch vor ihrem feinen Debütalbum „Beachcomber‘s Windowsill“. Bis heute reden Studenten davon, wie Stornoway ihre Sixties-gefärbten Folksongs 2009 im ehrwürdigen, bis dahin komplett popfreien Sheldonian-Konzertsaal spielten, samt Orchester. Das Szenario passte aber auch zu gut, wo die Band zum Zartbesaitetsten zählt, was man seit Belle & Sebastian und den Fleet Foxes gehört hat: mit Instrumenten wie aus dem Orchestergraben: Klavier, Harfe, Trompete, Violine oder Kontrabass. Bei allen klassischen Anleihen hält das Quartett seine Balladerie aber luftig; Einzelheiten rücken ins goldgetönte Klangbild, beispielsweise in „The Coldharbour Road“, das mit einem dramatischen Violinsolo einsteigt, bevor gedämpftes Klavier einstimmt wie aus ferner Erinnerung. Für die Musikkarriere hat Sanftkehle Briggs übrigens sogar seinen akademischen Job an den Nagel gehängt: als Umweltexperte mit Schwerpunkt Enten.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Jill Furmanovsky

Stornoway, Magnet,  Di 21.9., 21 Uhr, VVK: 14?Euro

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