Konzerte & Party

Subway To Sally im Huxleys

Subway To Sally

Subway To Sally haben es nicht einfach. Seit 1994 baute sich die Potsdamer Band mit ausgiebigen Touren eine stetig wachsende Fan-Gemeinde auf, galt über Jahre hinweg als Speerspitze des sogenannten Mittelalter-Rock und stand spätestens mit dem Gewinn des Bundesvision Song-Contest im Jahre 2008 im Fokus der Öffentlichkeit. Man hatte mit einer anfangs belächelten Mischung aus harten Gitarren und mittelalterlichen Instrumenten den Sprung auf den Pop-Olymp geschafft. Plötzlich interessierten sich sogar Stefan Raab-guckende Fernsehzuschauer für die Musik des Septetts – eine Tatsache, die der Reputation der Band unter den „wahren“ Metalfans alles Andere als gut tat.
Was also tun mit dem Ruhm? Weiter auf der Erfolgswelle schwimmen? Oder zurückkehren auf den Weg, den man Mitte der Neunziger Jahre eingeschlagen hatte? Nun, Subway To Sally fanden ihre ganz eigene Mitte. Nach dem kommerziellen Erfolg von „Bastard“ (2007 – von dem auch der fast popeske BVSC-Siegersong „Auf Kiel“ stammte) legte man auf „Kreuzfeuer“ (2009) in Sachen Härte wieder ein ordentliche Schippe Brickets zu. Die mittelalterlichen Elemente der Musik mussten indes in den Hintergrund treten. Hier mal ein Lautenklang, dort eine weinende Violine – das musste reichen. Subway To Sally klangen nun über weite Strecken wie eine ganz normale Heavy Metal-Band mit deutschen Texten.
Seit Ende September steht nun das mittlerweile elfte Studioalbum der Potsdamer in den Läden. „Schwarz in Schwarz“ macht musikalisch da weiter, wo „Kreuzfeuer“ aufgehört hatte. Im Vordergrund steht der Metal, verbunden mit Texten, die die Tiefen der menschlichen Seele ausloten. Und so ist nicht nur der Albumtitel ein klares Bekenntnis zur schwarzen Szene, der sich die Musiker auch nach den letzten kommerziellen Erfolgen weiter stark verbunden fühlt. Der Name des ersten Longplayers, den Subway To Sally auf eigenem Label veröffentlichen, geht zurück auf Erlebnisse während des letzten Festivalsommers, als man als Headliner beim Summer Breeze auftrat. Dort trieben die Crowdsurfer wie Boote auf einem Meer aus schwarz gekleideten Fans hin und her. Und das scheint dann doch mehr beeindruckt zu haben, als das Interesse der Mainstream-Fans.

Text: Martin Zeising

Subway To Sally, Huxleys Neue Welt, Di 25.10., 21h, 29,- Euro

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