Konzerte & Party

Suicidal Tendencies im C-Club

Suicidal Tendencies

Wenn Mike Muir über die Gründerzeit seiner Band und die Szene in Venice spricht, in der die Suicidal Tendencies groß wurden, klingt das glorreich. In den 70ern florierten bei Familie Muir die klassischen Subkulturen Kaliforniens: Der ältere Bruder, Jim „Red Dog“ Muir, gehörte zum legendären „Dog Town“-Skaterteam, den Erfindern des Rollens im Swimming Pool. Dass Mike Muir mit seiner Band auch nach 30 Jahren noch am Start ist, liegt in der Natur der Sache. „Suicidal for life!“, heißt einer ihrer Schlachtrufe; der Mix aus Punk und Hardcore spiegelt den Adrenalinrausch der Skate- und Surf-Rebellen wider. Das Video zum Band-Evergreen „Possessed to skate“ von 1987 ist auch 25 Jahre später noch spaßig: Die Band hilft einem jungen Skater beim Umdekorieren des elterlichen Wohnzimmers, baut Rampen aus Sofas, verziert Wände mit Dogtown-Graffitis und, klar, lässt das Wasser aus dem Pool. An die schnelle und harte Gangart von damals hält sich die Band auf ihrem jüngsten Album „13“. Mit hochbeschleunigtem Hardcore samt kugelblitzartiger Funk-Gitarren wie im Titel „Smash it“ klingt sie wie eine aufgedrehte Garage-Truppe. Von ihrem Alternative-Rock-freundlichen Sound der Neunziger ist das weit entfernt; erst recht vom Breitwandklang von Metallica, wo bekanntlich Ex-Suicidal-Bassist Robert Trujillo mitzupft: der Einzige der alten Gang, der es zum Millionär gebracht hat. Doch auch Indie-Punk Muir wirkt, wenn er dieser Tage die Sommerfestivals aufmischt, wie ein zufriedener Mann.

Text: Ulrike Rechel

Suicidal Tendencies + Punishable Act, C-Club, Mi 24.7., 20 Uhr, VVK: 22 Euro zzgl. Gebühren

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