Jazz

Sun Dew spielen im Zig Zag Jazz Club

Berlin als fruchtbarer Boden für fleischfressende Pflanzen: Sun Dew

Foto: Felix Kayser

Fliegen aufgepasst: Nehmt euch in Acht vor dieser Pflanze! Botaniker nennen sie „ros solis“, was übersetzt Sonnentau bedeutet und ziemlich liebenswert klingt, dabei handelt es sich um ein fleischfressendes Ungeheuer, das seine Beute mit listigen Täuschungsmanövern anlockt, um sie sodann zu verschlingen. Weil sie ihr Publikum ähnlich virtuos betören und umgarnen wollen, haben die französischen Musiker Paul Audoynaud (Gitarre) und Héloïse Lefebvre (Violine) ihre sechsköpfige Jazzband nach besagter Pflanze benannt. Ihr Umzug nach Berlin war für sie so etwas wie eine Initialzündung. Hier stießen sie auf den fruchtbaren Boden, auf dem sie Sun Dew wachsen und gedeihen lassen konnten.

Das Gewächs, das sich daraus entwickelte, lässt sich nun im Zig Zag Jazz Club bewundern: die neue EP „This Secret Cay“ („Dieses geheime Korallenriff“). Sie erscheint bei Heartcore Records, dem Label des berühmten Jazzgitarristen Kurt Rosenwinkel, der in Berlin auf das junge Sextett aufmerksam wurde und ganz begeistert war von den ausgefeilten Kompositionen und der eigentümlichen Ästhetik. Wer einen Eindruck davon gewinnen will, sollte sich das überaus kunstvolle Video zum Titelstück ansehen, in dem eine surreal anmutende Tier- und Pflanzenwelt heraufbeschworen wird. Und siehe da: Immer wieder sprießt auch ein Sonnentau aus dem Boden, gierig auf ein argloses Insekt lauernd. Was sind wir Hörer anderes als Fliegen, die sich von Klängen locken lassen und um die es bald schon geschehen ist?

Zig Zag Jazz Club Hauptstr. 89, Friedenau, Do 13.9., 21.15 Uhr, Eintritt frei, Spende erwünscht

Mehr über Cookies erfahren