Konzerte & Party

„Super700“ im Lido

super700_c_Christian_LesemannIbadet Ramadani ist seit jeher reiselustig: Von München über Amsterdam bis New York führte ihr Gesangsstudium sie. Berlin wurde dann die Heimat ihrer Band Super700 mit Studienkollegen und Bassist Michael Haves sowie Ramadanis singenden Schwestern Ilirjana und Albana: ein Großtrupp, der sich mit elegant verdunkelter Popmelancholie einen feinen Ruf erspielt hat. Das zweite Album „Lovebites“ führte die siebenköpfige Band 2009 in die weite Welt: den Balkan, nach Mexiko und China. „Wunderschöne Reisen“, wie Haves sagt, „doch danach waren wir von alldem ein wenig erschöpft.“

Die intensive Zeit hatte die Band offenbar an einen Nullpunkt geführt: Aus sieben wurden drei, mit Neuzugang Jan Terstegen an der Gitarre sind Super700 heute zu viert. Schade ist natürlich der Verlust der makellosen Chöre von Ibadets Schwestern. Bei Licht betrachtet aber hat die Neuordnung einen Schub gebracht. „Wir sind als Band wohl etwas ruhiger geworden“, glaubt Haves. „Wir hatten auch große Lust darauf, für unsere Verhältnisse recht einfache und schnörkellose Musik zu machen.“ Tatsächlich wirken die Melodien und gitarrenbetonten Arrangements auf „Under The No Sky“ unmittelbarer und leichtgängiger als früher; nicht wenige großartige Popsongs finden sich, die auch einer Band wie Garbage gut zu Gesicht stünden. Warum eine der besten Poptruppen der Stadt noch immer vergleichsweise als Geheimtipp gilt, darüber wurde schon gerätselt. Auf Berlin aber lässt Haves nichts kommen: „Berlin hat Super700 mit all seiner Offenheit erst möglich gemacht. Wir glauben, dass wir nur hier entstehen und bestehen konnten.“

Text: Ulrike Rechel

Foto: Christian Lesemann

Super700 Lido, Fr 18.5., 20 Uhr, VVK: 17 Ђ

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