Konzerte & Party

Surfer Blood im Lido

Surfer Blood

Es ist wie immer. Das Jahr ist noch nicht mal zur Hälfte vorüber und schon hat man wieder eine lange Liste mit neuen Bands auf dem Zettel, die man kaum abarbeiten kann. Wer als Musiker Eindruck hinterlassen will, muss angesichts der erdrückenden Konkurrenz zu ungewöhnlichen Mitteln greifen.
Die Jungs von Surfer Blood haben einen Weg gefunden. Als ihr Song „Swim“ zum ersten Mal als Single die Runde machte, glaubte man seinen Ohren nicht zu trauen. Die bis dahin unbekannten Halunken schleuderten ihre Melodie mit der Wucht von
Cheap Trick und Weezer
heraus und benutzten obendrein den Reverb-Effekt, mit dem man es wie in den Achtzigern weiträumig tönen lassen kann. Das war schon ein verdammt fieser Trick, der da zur Anwendung kam. Trotzdem stimmte man in den Chor ein und sang mit, als gäbe es kein Morgen. Ein Ende ist nicht absehbar. Nicht nur in „Swim“, sondern in allen Titeln auf ihrem Debüt „Astro Coast“ gehen Surfer Blood den geraden Weg. Dass sie sich zur Abwechslung auch mal an Pavement oder am Ethno-Vibe von Vampire Weekend orientieren, ändert daran nichts.
Eigentlich stellt man sich unter einer Band, die sich Surfer Blood nennt und aus Palm Beach in Florida kommt, ja etwas anderes vor. Die zu erwartenden Querverweise auf die Beach Boys sind auch tatsächlich vorhanden, werden aber nicht betont. Zu einfach wollen es sich die Novizen dann doch nicht machen. Einen Titel wie „Let’s Go Surfing“ überlassen sie dann doch lieber den befreundeten Kollegen von The Drums.

Text: Thomas Weiland

Surfer Blood, Lido, So 23.5., 20 Uhr, VVK: 16 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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