Konzerte & Party

Susanne Sundfшr im Postbahnhof

Susanne Sundför

Geht es ums Pop-Potenzial Skandinaviens, so wissen die Nordeuropäer selbst sehr gut um ihre Qualitäten. Norwegens Dance-Duo Röyksopp etwa bemerkte mal stolz, wer denn schon eine Madonna bräuchte, wenn man eine Robyn oder Lykke Li in nächster Nähe habe. Zuletzt waren die Chillpopper von der Stimme ihrer Landsfrau Susanne Sundfшr begeistert und baten sie ins Studio.
Die Osloerin hat sich in der Heimat auch ohne die Mithilfe der Kollegen längst etabliert, von Maps bis M83 stehen sie Schlange für eine Zusammenarbeit mit der 28-Jährigen, dort erhielt sie auch schon das norwegische Grammy-Äquivalent und landete mit ihren jüngsten beiden Alben an der Chartspitze. Im Rest der Welt gilt sie hingegen immer noch als Geheimtipp. Auf dem aktuellen Werk „10 Love Songs“ vollführt die Songschreiberin nun ein kreatives Muskelspiel. Selbst produziert, verbindet sie darauf theatralischen Artpop mit eingängigen Synthie-Tönen; unterwegs darf auch mal ein Streichquartett vier Minuten lang alleine schwelgen, woanders gibt die Sängerin die Eisprinzessin oder verkuppelt ihren kristallklaren Sopran mit 80s-Synthpop а la Depeche Mode. Eine Inspiration für den dramatischen Reigen sei der Horrorklassiker „The Shining“ von Stanley Kubrick gewesen, von dessen unerwarteten Schnitten und Wendungen sie sich leiten ließ. Es ist somit kein Zufall, dass etwas Unheilvolles in Sundfшrs Liebesliedern lauert und ihre Storys selten gut enden.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Sofia Fredricks Sprung

Susanne Sundfшr, Postbahnhof, Straße der Pariser Komune 8, Friedrichshain, Di 17.3., 21 Uhr, VVK: 15 Euro zzgl. Gebühr

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