Konzerte & Party

The Sword im Magnet

The Sword

Seit vielen Jahren erlebt Austin einen üppigen Zustrom an Künstlern, die vor dem Mietwucher der Großstädte flüchten oder aber vor der Langeweile der Provinz. So ging es auch John Cronise, als er in die liberale Musikstadt zog, um hier 2006 die Band seines Idealbildes zu gründen. Ein Plan, der in seinem verschnarchten Heimatnest in Virginia nie recht glücken wollte. Für The Sword fand der Sänger und Gitarrist rasch geeignetes Personal: Männer, die wie er die Oberhäupter des klassischen Hardrock der Siebziger verehrten, allen voran Led Zeppelin und Black Sabbath, sowie ehrenwerte Nachfolger wie Thin Lizzy oder Clutch. The Sword sind seither bienenfleißig, veröffentlichten in sechs Jahren ganze vier Alben mit wummerndem, athletischem Rock; sie tourten unermüdlich und ernteten den Respekt auch namhafter Fans wie Metallica, die die Neulinge 2008 auf ihre Europatour mitnahmen. Die gründliche Spielroutine wirkt sich auf ihrem aktuellen Album „Apocryphon“ in Form eines stoisch rund laufenden Sounds aus. Alles dreht sich um das Gitarrendoppel Cronise und Kyle Shutt, das seine tiefen Riffs in dichter Einheit grob hobelt oder auch als melodische Langstrecke anlegt. Wo The Sword auf dem vorigen Album „Warp Riders“ noch einen Exkurs ins Progressive-Terrain unternommen hatten und ihre Songs als Kapitel einer kosmischen Fantasy-Saga konzipierten, fiel diesmal unnötige Komplizierung über Bord. „Apocryphon“ liefert betont schlichte, dafür nahrhafte Hausmannskost. „Rocking is our job“, fasste Cronise unlängst seine grundsolide Mission zusammen – und klang dabei wie ein stolzer Brauermeister, dem kein Limetten-Scheibchen ins Bier kommt.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Sam Holden

The Sword, Magnet, Di 15.1., 21 Uhr, VVK: 20 Euro zzgl. Gebühr

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