Konzerte & Party

Taylor Swift

Foto: Sarah Barlow

Ihre erste Single „Tim McGraw“ erschien im Sommer 2006, aber so richtig ging es für Taylor Swift erst drei Jahre später los: mit der peinlichen Störung der Übergabe eines Preises bei den MTV Video Music Awards durch einen völlig durchgedrehten Kanye West.

Er hielt das Video von Beyoncй damals für besser als Swifts Clip. Die Sängerin hat die Bedeutung des Vorfalls heruntergespielt und West hat sich danach brav bei ihr entschuldigt, aber so richtig konnte sie nach so einer Attacke nicht zur Tagesordnung übergehen. Swift wollte zeigen, dass sie mehr als nur ein braves Country-Pop-Girl ist. Das klappte mit „Speak Easy“, dem ersten Album nach dem Vorfall, noch nicht so recht. Aber mit dem aktuellen Longplayer „Red“ ist Swift in der Pop-Mitte angekommen und zur Rivalin für die Diven dieser Welt geworden. Das ist nicht zuletzt der Verdienst des erstmals hinzugezogenen Songschreibers und Produzenten Max Martin. Der Schwede hat in der Vergangenheit mit den Backstreet Boys, Britney und Pink gearbeitet und hat unter anderem in Swifts großem Hit „I Knew You Were Trouble“ seine Spuren hinterlassen.

Der darin zu hörende Dubstep-Sound hat überhaupt nichts mit Swifts Country-Roots gemein und passt gut zur Geschichte über einen Kerl, der zum Störenfried wird. Auch „We Are Never Getting Back Together“ und „22“, die anderen beiden Beiträge von Martin, gehören zu den Pluspunkten. So einer hilft Swift wirklich. Sie schreibt ihre Songs ja selbst und produziert sie häufig mit. Aber wenn da noch jemand ist, der sie gelegentlich aus der Komfortzone befreit, kann es dem Fortschritt nur dienen.

Das ist gewiss auch im Sinne von Stevie Nicks. Die Grande Dame von Fleetwood Mac ist im Gegensatz zu West sehr angetan von der Kollegin und hat sich bereits überzeugt gezeigt, dass Frauen wie Swift das Musikgeschäft retten werden. Wenn man sich anschaut, mit welch peinlicher Verzweiflung sich Miley Cyrus gerade vor jeder Kamera breitmacht, muss man wirklich froh sein, dass es eine Taylor Swift gibt, die den Erfolg schlicht übers eigene Talent sucht.

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