Konzerte & Party

Techno-Reiseführer als iPad-App

sound_of_berlin„Es gibt keine Selektion, keine Hierarchien, man muss auch nicht finanziell gut gestellt sein, um sich das leisten zu können“, sagen Heiko Tubessing und Martin Zadak. „Man tanzt nicht nur, man sitzt rum, man liegt rum und redet.“ Unter dem Namen Kotelett und Zadak organisieren die beiden DJs regelmäßig unangemeldete Partys in öffentlichen Parks, bei denen jeder willkommen ist. Ihr mit stimmungsvollen Fotos unterlegter Trip durch Berlins Open-Air-Szene ist eine von zehn Stadttouren, die die Redaktion des Musikmagazins „De:Bug“ für die iPad-App „The Sound of Berlin“ zusammengestellt hat. Der Techno-Reiseführer verbindet praktische Ausgehtipps mit clubkulturellem Geschichtsunterricht. Unter anderem zeigt der Partymacher und Fotograf Ben de Biel, wie in den Ruinen Ostberlins Anfang der 90er-Jahre ein einzigartiges kreatives Milieu gedeihen konnte, Gerrit Schulz besichtigt die verschiedenen Orte, an denen sein WMF-Club einst Station machte, und Gernot Bronsert und Sebastian Szary von Modeselektor stellen ihre Lieblingsimbisse vor. Jede Tour wird durch einen kenntnisreichen Essay und einen Stadtplan mit Adresseinträgen ergänzt. So zeigt „The Sound of Berlin“ auf eindrucksvolle Weise, wie Texte, Fotostrecken und O-Töne sich auf dem Tablet-Computer zu neuen Erzählformen verknüpfen lassen. Zugleich erinnert die App daran, dass diese Stadt aus gutem Grund zum Mekka für Partytouristen und Lebenskünstler aus aller Welt geworden ist. Sie ist eine elektronische Liebeserklärung an Berlin.

Text: hz

Foto: Fabian Zapatka

The Sound Of Berlin iPad-App mit zehn Touren durch Berlin und 300 Fotos, Laufzeit: 61 Minuten, für 2,39 Ђ im App-Store erhältlich

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