Konzerte & Party

The Teenagers

Angeblich haben Michael Szpiner, Dorian Dumont und Quentin Delafon an einem tristen Pariser Weihnachtsabend vor drei Jahren nur aus Spaß ein paar Songs aufgenommen. Aber die Sache hat sich verselbstständigt. Und zwar genau ab dem Moment, als ihr Track „Homecoming“ erschien. Das Stück verbreitete sich im Netz, noch bevor das Album „Reality Check“ offiziell erschien. Zu diesem Zeitpunkt war das Trio schon der Hype des Frühsommers.

The Teenagers

Zu Recht, denn The Teen­agers trafen auf der Zielscheibe Zeitgeist mitten ins Schwarze. Vor ein paar Jahren hätte man ihren Sound und den französischen Akzent noch als cheesy abgetan, im Kontext medienaffiner Hippness funktioniert er aber plötzlich wieder erstaunlich gut. Einfach ein paar eingängige Refrains über catchy Synthies legen, das Ganze gekonnt abmischen, sich mit den Codes der Fashion-Szene auskennen und ein charmantes Video drehen. Voilа: ein Hit. Die Grundregel „Sex sells“ natürlich auch nicht vergessen. Ob nun eine Affäre zwischen Cousin und Cousine oder die Anekdote zum One-Night-Stand: In ihren Songs erzählen sie schlüpfrige Geschichten, die Twens eben gerne erleben. Oder Nerds gerne mal erleben würden.

The Teenagers

Dass „Fuck Nicole“ der Tochter von Lionel Richie gewidmet wurde, ist übrigens ein Gerücht. Doch trotz der Plattitüden ist ihnen ein tadelloses Debüt gelungen, ohne einen einzigen Ausfall, irgendwo zwischen Zoot Woman und den Strokes. Nur live konnten sie bisher nicht richtig überzeugen – zumindest bei den Festivalauftritten in diesem Sommer war das Trio bisweilen technisch überfordert. Aber um cleane Perfektion geht es hier eh nicht. Den Teen­agers erliegt man, weil sie einen jünger machen, als man eigentlich ist.

Text: Jan Schimmang

Fanveranstaltung

Intro Intim mit The Teenagers, Jape u.a.
Maria am Ufer, Do 25.9., 21 Uhr, VVK: 14 Euro;
Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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