Konzerte & Party

Teesy im Kulturhaus Astra

Teesy

Eine Referenzliste mit ganz schön dicken Fischen. Justin Timberlake, Drake und D’Angelo stehen da beispielsweise. Mit Ersterem teilt sich Teesy den adretten Look (Fliege, Hosenträger), mit dem Zweiten ein Faible für überschwänglich gefühlvolle Texte und mit dem Dritten den Willen, R’n’B und Soul wieder in den Mainstream zu katapultieren. Konturenscharf wird das Bild des Künstler-Konstrukts Teesy jedoch erst, wenn man noch eine weitere Schublade hinzunimmt: Cro. Und dieser Vergleich bietet sich längst nicht nur deshalb an, weil Teesy bei dessen Label Chimperator gesignt ist. Der Mix aus Gesang und Rap, die inhaltliche Konzentration auf das Über-Thema „Girls“, die offensichtliche Zielgruppenorientierung gen Mädchen-Musik – all das ähnelt doch schon sehr dem Erfolgsrezept des Pandamasken-Trägers. Kein Wunder also, dass Teesy auch als „Raopmantiker“ bezeichnet wird: Ein Neologismus, der sich aus Cros für seinen eigenen Stil beanspruchten Term Raop (eine Kreuzung aus Rap und Pop) und dem Wort Romantiker zusammensetzt. Dementsprechend nahe liegt die Vermutung, dass Teesy, der bürgerlich Toni Mudrack heißt, seinen Künstlernamen dem englischen Adjektiv „cheesy“ entlehnt hat, das im musikalischen Kontext so viel wie „kitschig“ oder „gefühlsduselig“ bedeutet.

Text: Henrike Möller

Foto: Lee Maas

Teesy, Astra Kulturhaus, Revaler Straße 99, Friedrichshain, Mo 19.1., 20 Uhr, VVK: 16 Euro zzgl. Gebühr

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