Konzerte & Party

Terry Riley im Haus der Kulturen der Welt

Terry RileyMan denkt bei ihm zuerst natürlich immer an „In C“. 1964 hatte Terry Riley im stillen Kämmerlein 53 Klangphrasen komponiert und dabei stur die Note C gehalten. Seine Musiker waren dann aufgefordert, jeden dieser Entwürfe nacheinander durchzuspielen, und zwar so lange, wie sie wollten oder konnten. Daraus entstand ein instrumentaler, sich nur in feinen Nuancen verändernder Bandwurm, der viele Musiker mit Hang zu repetitiven Strukturen beeinflusst hat. Dass sich der Veteran nun mit Tablaspieler Talvin Singh und Saxofonist George Brooks zusammenschließt, ist nachvollziehbar. Das Blasinstrument gehört seit jeher zu Rileys liebsten Arbeitsgeräten, Brooks wird als führender Exponent der Fusion von modernem Jazz und indischer Klassik verehrt. Mit seinem letzten Album „Drum & Space“ hat sich der eigentlich in der Clubmusik beheimatete Brite Singh dem meditativen Soundansatz Rileys angenähert. Der Meister selbst beschäftigt sich schon lange mit Ragas und indischem Gesang. Was genau dieses Trio aus seinen Möglichkeiten macht, ist schwer vorauszusagen. Früher kamen die Fans mit Schlafsäcken, Hängematten und Proviant zu Rileys Seancen, weil sich diese oft bis in die frühen Morgenstunden hinzogen. Ganz so viel Kondition wird man heute nicht mehr brauchen – Riley ist 75.

Text: Thomas Weiland

Terry Riley, Talvin Singh & George Brooks, Haus der Kulturen der Welt, So 24.10., 20 Uhr, VVK: 25-45 Euro

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