Konzerte & Party

The Hold Steady im Frannz

The Hold SteadyHätten alle rechtzeitig davon erfahren, wäre „Almost Killed Me“ von The Hold Steady vor sechs Jahren garantiert ein Kandidat für das Album des Jahres gewesen. Nichts, was es sonst so gab, konnte sich damit messen. LCD Soundsystem vielleicht, wenn man sich die Musik wegdenkt. Beide Bands haben einen ähnlich mitteilungsfreudigen Sänger. Craig Finn erzählt einem gleich seine ganze Lebensgeschichte. „Went through a skater phase, went through a raver phase, went through a razor blade phase“, erfahren wir da etwa, und das in einem Tonfall, der an Bob Mould erinnert. The Hold Steady sind aber nicht die legitimen Nachfahren von Hüsker Dü, dafür sorgt Finns Gegenpart Tad Kubler. Der spielt gerne mal auf Gitarren mit zwei Hälsen, schreckt vor keinem Solo zurück und lässt durchklingen, dass er viel Spaß an Rock-Klassikern der Siebziger hat, vor allem an Cheap Trick. Seit dem spektakulären Erstschlag sind The Hold Steady unbeirrt auf ihrem selbst gewählten Zickzackkurs zwischen allen Stühlen unterwegs. Für eine Indie-Band sind die New Yorker zu uncool und zu selbstbewusst, für Stadionrocker zu intelligent. Mit dem zwischenzeitlich sehr an die E-Street-Band angelehnten Stil drohte man mal in Richtung  Mainstream abzudriften, aber mit dem neuen Album „Heaven Is Whenever“ weht wieder ein rauerer Wind. Kubler dreht auf und Finn erinnert sich an Zeiten, als man beim Hören von Hüsker Dü, Meat Loaf und Utopia ein Gemeinschaftsgefühl herstellte.

Text: Thomas Weiland

The Hold Steady, Frannz, Mi 16.6., 20 Uhr, VVK: 16 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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