Konzerte & Party

The Sonics

The SonicsEs war ruhig in Tacoma, Wa­shington Anfang der 60er Jahre. Ein paar lokale Bands dudelten Instrumentalstücke von den Ven­tures und Johnny and the Hurricans, im Radio lief Freddy King, und nur gelegentlich bekam man einen Rhythm’n’Blues-Hit von Chuck Berry oder Bo Diddley zu hören. Auch Andy und Larry Parypa spielten mit den Sonics, die sie noch als Teenager gegründet haben, anfangs den seichten instrumentalen Rock’n’Roll. „Irgend­wann hatten wir keine Lust mehr, immerzu dieselben Akkordfolgen zu spielen.

Wir schrieben also Songs, drehten unsere Verstärker voll auf und bekamen plötzlich den dreckigen, verzerrten Sound. Das hat vor uns niemand gemacht, es war total neu“, erinnert sich Larry, der für die markanten Gitarrenparts bei den Sonics verantwortlich war. Ende des Jahres 1964 erschien „The Witch„, ihre erste Single, später auch „Strychnine„, „Psycho“ und „Cinderella„. Songs, die Jahre vor The Velvet Underground oder den Stooges die wahre Geburtstunde des Punk markieren. Schnelle, laute und heftige Wutausbrüche weißer Kids aus der Provinz. Musik wie ein Urknall.

Erfolg sollten die Sonics damit jedoch nicht haben, wie so viele Bands, die ihrer Zeit voraus waren. „Wir hatten mit Etiquette ein kleines Label, ‚The Witch‘ wurde nur von den lokalen Radiosendern gespielt und nur bei uns in der Gegend ein Hit, und so erging es auch den Alben ‚Here Are The Sonics‘ und ‚Boom‘. Es gab keinen überregionalen Vertrieb, und niemand konnte uns an­ständig vermarkten“, erklärt Parypa den ausbleibenden Erfolg, der schließlich 1968 zur Auflösung der Gruppe führte. Vier Jahrzehnte lang halten seitdem Musikerkollegen von Iggy Pop bis zu den Hives, fanatische Fans und ungezählte Wiederveröffentlichun­gen und Garagenpunk-Compilations wie „Back From The Grave“, „Pebbles“ oder „Mindrocker“ die Legende der Sonics am Leben. Bis zum Jahr 2007, als sich die Band für ein Konzert in New York erstmals wieder formierte. Drei Originalmitglieder sind heute noch dabei, und auf die Frage, ob sich die Sonics seit den 60ern sehr verändert hätten, reagiert Parypa gelassen: „Eigentlich nicht, wir haben in der Zwischenzeit kaum Musik gemacht, uns also nicht besonders weiterentwickelt, deshalb klingen die Sonics heute noch so wie damals.“

Mehr über Cookies erfahren