Konzerte & Party

Theaterrocker

Hagen LiebingTheaterhäuser wie die Volksbühne oder das HAU erfreuen sich seit ge­raumer Zeit auch beim Musikpublikum großer Beliebtheit. Metal, Noise und Freak-Folk füllen hier neben dem angestammten Schauspiel zunehmend plüschige Reihen. Das mag die Frucht der Arbeit von wachen Geistern wie Musikdramaturg Christoph Gurk oder dem scheidenden HAU-Intendanten Matthias Lilienthal sein, die stets über den Hochkultur-Horizont hinaus zu blicken wissen. Andererseits – das Publikum geht ja fast immer dorthin,  auch zu langweiligen Sache. Zu Nigel Kennedy oder auch zu Achtziger-Avantgardisten wie Negativland, die der Meinung sind, man schulde ihnen für ihre einstigen Heldentaten heute endlich auch den Erfolg.
Es liegt also nicht nur an exquisiten Inhalten – doch woran dann? Die Musikliebhaber im Theatersessel sind vornehmlich erwachsen. Sie haben Berufe, sie haben Kinder, sie müssen auf ihre Gesundheit achten. Was kommt da mehr zupass als eine Spielstätte, bei der die Auftritte vergleichsweise früh und auch noch pünktlich beginnen (der Babysitter wartet), bei denen auch wirklich nicht geraucht wird (die Reinigungskosten), die eine überwiegend gute Akustik bieten (die armen Ohren) und wo man auch noch sitzen kann (der gebeutelte Rücken). Und denken Sie ja nicht, dass ich hier lästern will – ich habe nur mal eben das eigene Ausgeh­verhalten überprüft.

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