Konzerte & Party

Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra in der Volksbühne

TheeSilverMTAlle Eltern machen sich Gedanken über die Welt, in der ihre Kinder später leben werden. Das tun auch Efrim Menuck und Jessica Moss von Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra. Sie zeichnen auf dem neuen Album „Fuck Off Get Free We Pour Light On Everything“ an vielen Stellen ein düsteres Zukunftsbild. In „Austerity Blues“ spielen sie gegen das Albtraumszenario einer nicht enden wollenden Enthaltsamkeit an. Gitarrist Menuck reizt zur Beschreibung seiner Abscheu jede sich nur bietende Möglichkeit der Verzerrung aus und bindet die beiden Teufelsgeigerinnen Moss und Sophie Trudeau mit ein. Man sollte diese Kanadier deshalb aber nicht als Vorreiter der Apokalypse missverstehen. Die im Albumtitel angedeuteten lichten Momente sind schon auch vorhanden, und zwar in Form von leidenschaftlichen Gesängen.

Sie repräsentieren das Element der Hoffnung. Menuck und Moss lassen sich sogar von ihrem Sohn Ezra unterstützen, der sich schon ganz schön selbstbewusst ausdrücken kann: „We live on the island called Montreal, and we make a lot of noise … because we love each other!“ Dieser Trotz kehrt am Ende des Albums noch einmal zurück. Silver Mt. Zion wünschen sich da mehr Radikalität in der Rockmusik und erinnern in diesem Zusammenhang an das Schicksal des Grande Ballroom in Detroit, in dem einst The MC5, The Stooges und andere Aufrührer gespielt hatten. Das Gebäude ist heute eine Ruine, in der es durch das Dach regnet. 

Text: Thomas Weiland

Foto: Yannik Grandmont

Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra + William Tyler Volksbühne, Mo 3.3., 21 Uhr, VVK 18 Ђ / 14 Ђ (erm.) zzgl. Gebühr

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