Fun-Pop

They Might Be Giants spielen im Columbia Theater

They Might Be Giants drehen wieder frei wie in ihren frühen Tagen

Foto: Shervin Lainez

Wenn einem als Popband, zumindest in der „ernsthaften“ Kritik, immer wieder vorgehalten wird, das eigene Schaffen sei von einer gewissen Kindlichkeit durchzogen, ist es nicht die dümmste Strategie, aus der mutmaßlichen Schwäche eine Tugend zu machen. John Flansburgh und John Linnell aus Lincoln, Massachusetts haben in den 80-erm unter dem Bandnamen They Might Be Giants mit nerdig-durchgedrehtem Achterbahn-Pop eine beachtliche Indie-Karriere hingelegt und ein paar Jahre später sogar an der Tür zum Mainstream geklopft. Als ihre Laufbahn später langsam zu verläppern drohte, injizierten sie neuen Schwung, indem sie ihre Songs offiziell an jene Zielgruppe adressierten, die ihnen ohnehin unterstellt wurde: Kinder.

Fünf Alben für junge Musikfreaks haben They Might Be Giants seit 2002 veröffentlicht. Allen gemeinsam ist nicht nur ihr liebevoll und originell in ein musikalisches Narrativ verpackter pädagogischer Inhalt (es geht um Zahlen, um Buchstaben, um Grundlagen von Wissenschaft), sondern auch, dass sie erstaunlich erfolgreich waren. Dass They Might Be Giants weiterhin „normale“ Platten machen (die nach einer Phase der Mediokrität auch wieder den freidrehenden Irrsinn der frühen Jahre transportieren), wäre im Grunde gar nicht nötig: Ihre „Children‘s Music“ ist, wie jede wirklich gute Popmusik, für jedes Menschenalter ein Vergnügen. Diese Giganten machen Kinder froh – und Erwachsene ebenso.

Columbia Theater Columbiadamm 9–11, Tempelhof, Fr 28.9., 20 Uhr, VVK 34 €

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