Konzerte & Party

Thurston Moore in der Volksbühne

Thurston Moore

Unlängst waren Sonic Youth in Südamerika auf Reisen. Möglich, dass die Band danach nie wieder gemeinsam auf einer Bühne stehen wird, denn Bandkopf Thurston Moore gab kürzlich die Trennung von Gattin und Bandgefährtin Kim Gordon nach bald 30 Jahren bekannt. Als der Songwriter im Mai sein drittes Soloalbum „Demolished Thoughts“ veröffentlichte, war von dem großen persönlichen Schritt noch nichts zu ahnen. Man staunte aber über die ungewohnt weiche Musik und den zerbrechlich wirkenden Gesang der Noise-Ikone, den man wohl noch nie so nahbar gehört hat. Als Grundfarben prägen sich neben Moores Akustikgitarren melodiöse Klänge von Geige und Harfe ein, die sich teils als beruhigende zweite Stimmen neben den Gesang legen. Beck Hansen beteiligt sich mit leichten Synthesizer-Färbungen und steuerte überdies die intime Produktion für die Platte des geschätzten Kollegen aus Massachusetts bei. In Songs wie „January“ etwa tritt der Gesang dann auch mal zurück zugunsten einer instrumentalen Meditation um lichte Pickings von Gitarre und Harfe und eine tröstliche Geigenmelodie. Es liegt nun nahe, das erstaunliche Album des Sonic-Youth-Gründers als „Break up“-Album zu lesen. Eines, das allerdings keine Bitterkeit, sondern stattdessen innige Wärme ausstrahlt.

Text: Ulrike Rechel

Thurston Moore, Volksbühne, Mo 5.12., 20 Uhr, VVK: 34,90 Euro

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