Konzerte & Party

Tift Merritt im Quasimodo

tiftMerritt_c_PromoAls Tift Merritt vor zehn Jahren ihr Solodebüt gab, wurde der Roots-orientierte Alternative Country reich beschenkt: eine Stimme zum Gletscherschmelzen, eine von Boots und Bolo-Tie befreite Ästhetik und ein Songwriting fraglos weiblicher Couleur. Weltoffenheit und stilistisches Crossover schüttelte die hübsche Mittzwanzigerin aus North Carolina nur so aus dem Ärmel. Dass fortan ihr Werdegang rastlos, suchend und hungrig bleiben würde, war klar. Texas, Paris, New York. Und überall lernte sie neue Styles, Menschen und Geschmäcker kennen, ausgestattet mit genau jenem Maß an Selbstzweifel, das fortwährende Entwicklung garantiert. Sie arbeitete mit den Produzenten Ethan Johns, George Drakoulias und zuletzt mit Tucker Martine zusammen.

Bei allen ging Tift Merritt in die Lehre und entfaltete neue Aspekte ihrer Musik. Vier Alben entstanden auf diese Weise. Und doch wachte sie eines Morgens auf und fand sich ohne Label, ohne Manager wieder und konfrontierte sich selber mit der Erkenntnis: Ich muss genau jetzt die Person sein, die ich immer sein wollte. Sich nichts mehr durchgehen lassen, alles genau so akzeptieren, wie es in der Wirklichkeit ist – von jetzt auf gleich wurde sie erwachsen. Die Songs auf ihrem neusten Album „Traveling Alone“ handeln davon und wurden von einem Dreamteam eingespielt: Eric Heywood an der Pedal-Steel, Marc Ribot an den Gitarren, John Convertino an den Drums und Andrew Bird auch als Kosänger. Ganze acht Tage gingen sie ins Studio, so was nennt man „Quality Time“. Und ihr Alleinsein definiert Tift Merritt nicht als Mangel, sondern als Selbstbestimmung.

Text: Christine Heise

Tift Merritt + A Seated Craft Quasimodo, Do 6.12., 22 Uhr, VVK: 18 Ђ zzgl. Gebühr

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