Konzerte & Party

Tim Neuhaus spielt im Blaumilchkanal

Tim NeuhausDer Tagesjob, dem Tim Neuhaus unter der Woche nachgeht, ist ziemlich grell. Dafür muss der 29-Jährige tief in einen Eimer Leuchtschminke greifen, die Farbe im Gesicht verteilen. Der Arbeitsplatz selbst ist das Innere eines illuminierten Kubus, und Neuhaus sieht darin ein bisschen wie ein Alien auf Durchreise aus. Das passt zu den Arbeitgebern des Wahlberliners, der Blue Man Group. Vor fünf Jahren kam der studierte Jazz-Drummer dafür in die Hauptstadt. Nebenher feilte er an eigenen Songs, spielt seither unermüdlich in kleinen Läden wie dem Aufsturz, Wohnzimmerclub oder b-flat. Für die eigenen feinen Akustiksongs greift er zur Gitarre und rückt ans Gesangsmikro, macht das „Dave-Grohl-Ding“, wie Neuhaus sagt. Die Grundstimmung ist ungefähr das Gegenteil vom expressiven Spiel, das für die Blue Man-Truppe angesagt ist. Groovebetont, doch unaufdringlich kommen die Melodien daher, erinnern an den verhuschten Pop von Feingeistern wie World Party oder Eels. Live kann das ganz unterschiedliche Ausmaße annehmen: Mal sitzt Tim Neuhaus solo an der Rampe, mal rückt er mit sechsköpfiger Band samt Percussion und Fender Rhodes an. Oder es begleitet ihn nur Blueman-Kollege Jens Fischer-Rodrian an Gitarre, Fußpedalen und Loop-Station. Ähnlich variabel entsteht derzeit auch sein neues Album. Manches Stück darauf ist Ergebnis sorgfältig austarierter Studiosessions, andere sind hausgemachte Lo-Fi-Perlen. Einige davon wird es nun schon vorab zu hören geben.

Text: Ulrike Rechel

Tim Neuhaus, Blaumilchkanal, Mi 25.2., 20 Uhr, Eintritt frei

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