Tonträger

Bonnie „Prince“ Billy

Album

Will Oldham alias Bonnie „Prince“ Billy ist jemand, der gerne etwas ausprobiert. Ein Album mit den Chicagoer Post-Rockern Tortoise, eine Kollaboration mit dem Gitarristen Matt Sweeney (Guided by Voices, Cat Power, Johnny Cash) und Aufnahmen beim Björk-Produzenten Valgeir Sigurdsson in Island.

Allein die Aktivitäten des 1970 geborenen Sängers, Songwriters und Gitarristen aus Louisville, Kentucky während der letzten Jahre sprechen für kreative Rastlosigkeit. Dabei klingen seine schleppende, brüchige Stimme und das spröde Gitarrenspiel auf „Lie Down In The Light“ (Domino/Indigo) so entspannt, wie man sich eine Mußestunde im gleißenden Sonnenlicht nicht schöner ausmalen kann.

Oldham wirkt geradezu gut gelaunt, singt frohen Mutes über die Wichtigkeit von Freunden und Familie und einsichtig über die Nichtigkeit des Menschen im Angesicht der Naturgewalten und schöpft immer wieder aus seinen Lieblingsthemen Sünde, Sex und Religion. Was teils mit flottem Country unterlegt wird und dann wieder mit den minimalen, im Raum vibrierenden Folk-Arrangements, die seit Oldhams Anfängen mit den diversen Palace-Inkarnationen seine Musik stets charakterisierten. Dafür holte er sich neben Bruder Paul Oldham und dem langjährigen Weggefährten Emmett Kelly mit Ashley Webber eine neue Duettpartnerin ins Studio, deren klare Stimme ihn auf dem schönsten Song der Platte „You Want That Picture“ zauberhaft ergänzt.

Die Produktion überließ Oldham hingegen dem Nashville-Outlaw Mark Nevers, der seit „Nixon“ (2000) für den Sound von Lambchop verantwortlich ist. So tauchen hier und da die Pedal Steel, ein Honky-Tonk-Piano und die Country-Fiedel auf.

Mit diesem nunmehr 15. Album in seiner weit verzweigten Diskografie beweist Oldham als der Elder Statesman des Alternative Country eine Kontinuität und historisches Bewusstsein bei gleichzeitiger Freude am Experiment. Attribute, mit denen sich die amerikanische Musik seit jeher immer wieder neu erfunden hat.

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