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Trickski veröffentlichen „Unreality“

Trickski

Seine erste 12-Inch mit dem Titel „Hormony“ brachte das DJ- und Produzenten-Duo Trickski bereits 2005 auf Michael Reinboths Label Compost heraus. Damals waren die gebürtigen Freiburger Yannick Labbй und Daniel Becker noch in der Nu-Jazz-Szene verankert und hingen mit Rainer Trüby und Jazzanova ab. Sechs Jahre nach ihrem ersten Release erscheint nun mit „Unreality“ das Debütalbum auf dem Berliner Label Suol. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Von den jazzigeren Tracks früherer Tage haben sich Trickski mehr in Richtung House entwickelt und gehören heute als Resident-DJs des Cookies fest zum Clubleben der Hauptstadt.
Auf „Unreality“ erinnert nur noch das Eröffnungsstück „Slowstens“ mit seinen schleppenden Beats und einer verspielten Klaviermelodie an die damalige Jazz-Affinität. Ansonsten lässt sich das Album unter dem Oberbegriff House vereinen. Puristisch widmen sich Trickski diesem Stil aber keineswegs. Unterschiedliche Spielarten der elektronischen Musik wie Disco, Trance, Dub und Miami Bass fließen in die 17 Tracks und Zwischenspiele mit ein. Wäre die Musik nicht so sauber produziert, man könnte sie streckenweise sogar als funky bezeichnen.
Trickski: UnrealityAuffällig ist das gedrosselte Tempo, mit dem Trickski hier zu Werke gehen, immer wieder an der Grenze zur Clubkompatibilität. Live wollen sich die beiden aber nicht darauf beschränken, Gelassenheit auf die Tanzflächen der Welt zu bringen. Zunächst wurde „Unreality“ im Rahmen eines DJ-Sets im Watergate vorgestellt, als eine Art Showcase für die Bandbreite des Trickski-Sounds. Im August, anlässlich der Suol Labelnight im Chez Jackie, wird es dann auch ein reines Live-Set geben, bei dem man sich von Tricksis Liebe zu Melodien und warmen Klangflächen detroitscher Prägung live überzeugen kann. Inwieweit Instrumente oder auch Gastsänger miteinbezogen werden, ist allerdings noch unklar aber entscheidend, denn auf „Unreality“ gerät der Einsatz von Stimmen auch häufig zum Störfaktor. Der bemüht soulige Gesang von Fritz Kalkbrenner, Ernesto und Irfane Khan-Acito lassen eigentlich vielversprechende Tracks seicht klingen. Die Höhepunkte des Albums sind eher instrumentale Nummern wie „Wilderness“.

Text: Michael Kinzl

Trickski, Unreality (Suol)

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