Country

Trinken & Beten: Tyler Childers im Privatclub

Tyler Childers beschwört den Geist des ländlichen Amerikas

Foto: David McGlister

„Bottles and Bibles“ hieß das selbstveröffentlichte Debüt von Tyler Childers von 2011. Da weiß man doch gleich, woran man ist. Mit angerauter Klagestimme sang der damals 19-jährige Rotschopf zur Westerngitarre von misslungenen Tankstellen-Überfällen, saufenden Pfarrern und geschundenen, gottesfürchtigen Bergarbeitern. Er thematisierte das Leben der US-amerikanischen „rural poor“, der Menschen, die im Zuge von Donald Trumps Wahlerfolg zumindest zeitweilig in den medialen Fokus rückten.

Childers kennt ihr Leben aus erster Hand, stammt der Singer/Songwriter doch selber aus einer Kohleregion in den Ausläufern der Appalachen im Osten Kentuckys. Auf seinem im Sommer erschienenen Nachfolger „Purgatory“ feiert der mittlerweile verheiratete Childers Liebe und Erlösung, erzählt aber auch von Drogen, selbstgebranntem Alkohol und Mord, irgendwo zwischen archaischer Outlaw-Tradition und kaputter Gegenwart. Produziert wurde die Platte von einem anderen Kentucky-­stämmigen Aufsteiger der Americana-Szene: Sturgill Simpson. Simpson stellte dem jüngeren Kollegen eine Band an die Seite und erweiterte dessen spartanischen Country-Folk um Roots-Rock- und Pop-Elemente. Das klingt authentisch und kommerziell vielversprechend zugleich. Es gibt noch Hoffnung in Trump-Land.

Privatclub Skalitzer Str. 85-86, Kreuzberg, Di 23.1., 20 Uhr, VVK 18,20 € zzgl. Gebühren

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