Konzerte & Party

Tu Fawning in der Volksbühne

Tu Fawning

Neben den Popmetropolen New York und Los Angeles gibt es hin und wieder kleinere US-Städte, die zeitweise spannender wirken als die Megacitys. Portland etwa zieht seit Jahren immer neue Songschreiber an. Auch die vier Bandmitglieder von Tu Fawning sind seit vielen Jahren umtriebige Köpfe in der künstlerfreundlichen Stadt. Sängerin Corrina Repp etwa hat eine Reihe feiner Dreampop-Alben veröffentlicht, Co-Songwriter Joe Haege ist Postrockfans als Gitarrist von 31knots bekannt, und Pianistin Liza Rietz entwirft professionell Mode: Aktivitäten, die vorerst ruhen müssen – so gut ist Tu Fawning ins Rollen gekommen. Daran haben die Konzerte der Band sicher einen großen Anteil. Allein zuzuschauen, wie sich die vier Multiinstrumentalisten auf der Bühne an den Instrumenten abwechseln, ist interessant: etwa wenn Gitarrist Haege zur gestopften Trompete greift, oder wenn Corrina Repp von der Twang-Gitarre nach hinten wechselt und dann ruhig und kühl vom Schlagzeug aus singt, dem Dreh- und Angelpunkt im Noir-Folk der Band. Gleich zu Beginn des Debütalbums „Hearts On Hold“ denkt man an einen schwerfällig trabenden Totenmarsch, später erinnern martialische Beats an eine Galeeren-Mannschaft. Kombiniert mit ernsten schönen Stimmen, allen voran Repps somnambuler Sopran, verströmt die Band etwas leise Beunruhigendes. Und passt damit gut in die derzeitige Welle an Indietruppen mit Faible für mysteriöse Weiblichkeit wie Warpaint oder Esben & The Witch.

Text: Ulrike Rechel

Tu Fawning + Deerhoof + Esben & The Witch, Volksbühne, So 10.7., 20 Uhr, VVK: 22 Ђ/18 Euro

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