Konzerte & Party

Tune in, drop out

Hagen LiebingSie haben es sicher schon gelesen, unsere tip-Titelstory handelt diesmal von den Drogen. Ach ja, Drogen. Als ich Teenager war, schienen sie untrennbar mit dem Musikhören verbunden gewesen zu sein. Jedenfalls, wenn man genauso sein wollte, wie die coolen, schon Zwanzigjährigen. Wir saßen in abgedunkelten Zimmern und hörten mit betäubten Köpfen wabernde Klänge betäubter Musiker. „Their Satanic Majesties Request“ von den Stones, „Seven Up“ von Ash Ra Temple oder auch Tangerine Dream.
Dann kam Punk. Drogen wurden peinlich, Musikhören und Musikspielen war nur mit Bierdose richtig schön. Spätestens mit Techno aber verschärfte sich die Situation wieder. Die Beat-Bastler nahmen jetzt anscheinend härteres Zeug, denn ihre Tracks wurden derart ausufernd und anstrengend, dass man dies überhaupt nur noch wahlweise mit Betäubungsmitteln ertragen oder mit Aufputschmitteln durchleben konnte. Musik? Nebensache.
Woraus ich folgenden Schluss ziehe: Klangkünstler sollten besser die Finger von Drogen lassen, wenn sie im Studio sind, und sich dort einfach mehr Mühe geben, falls es an Inspiration zu mangeln droht. Wenn das Ergebnis dann immer noch langweilig gerät, bleibt dem Hörer ja immer noch die Wahl, sich selbst etwas einzupfeifen, um die Ergüsse schönzuhören.

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