Konzerte & Party

Tunng im Lido

Tunng_c_promoAls „Coming-of-Age-Album“ bezeichnet Mike Lindsay das jüngste Album seiner Band Tunng. Nach zehn Jahren also sei man in die Phase des Erwachsenseins eingetreten, findet der Kopf der britischen Folk-Experimentierer. In der Tat wirkt das fünfte Werk der Truppe, die sich von London aus inzwischen nach Sommerset, Suffolk und Reykjavik verstreut hat, gleichzeitig vielschichtig und zugänglich melodieselig. Ausgangspunkt sei eine Jam-Session gewesen, so Lindsay. Für andere Bands sei das Standard, nicht aber für Tunng, die lange Zeit Lindsays Studiotüftlerprojekt waren, bei dem die anderen Musiker der Reihe nach ihre Parts beitrugen. Der Sänger mit dem leisen Timbre war 2012 gerade frisch von einer Reise nach Äthiopien in seine Wahlheimat Island zurückgekehrt, den Kopf voller Eindrücke.

„Ich hatte auf der Reise äthiopische Rhythmen gesampelt, die den Start der Jam setzten.“ Afrikanische Anklänge tauchen nun immerhin in zwei Songs des Albums „Turbines“ auf, neben einer Fülle anderer Besonderheiten wie Sci-Fi-Sounds von raren Synthesizern oder Samples, die die Briten an ihren Aufnahmeorten in Reykjavik, London und Dorset aufschnappten. „Wir experimentieren gern mit dem, was wir gerade vorfinden. Diesmal haben wir etwa Percussion draußen im Hof aufgenommen, mit dem Klang von Wind und Bäumen; es gibt einen rückwärts gespielten Ruf eines Eichelhähers oder ein Glockenspiel in Klarsichtfolie.“

Text: Ulrike Rechel

Tunng Lido, Mo 30.9., 21 Uhr, VVK: 15 Ђ zzgl. Gebühr

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