Konzerte & Party

Tweedy in der Apostel-Paulus-Kirche

Tweedy

Spencer Tweedy ist ein Naturtalent. Der 18-jährige Sohn von Wilco-Boss Jeff Tweedy wurde in den Rock’n’Roll hineingeboren, gründete bereits mit 8 (a-c-h-t) seine erste Indie-Rock-Band The Blisters. Hoffnung Jugend. Doch dann das: Zusammen mit Daddy hat er ein überwiegend leises, introspektives Doppelalbum eingespielt und dabei entdeckt, dass man auch als Drummer zarte Gefühle haben kann. Für Jeff Tweedy ist die Pause eine Zäsur im Anfang der Neunziger begründeten und vom Alternative-Country zum Experimental-Pop gewandelten Wilco-Universum: „Es ist ein bisschen mehr ehrlich, ein bisschen mehr direkt.“ Und es ist auch ein bisschen mehr persönlich, denn die Verarbeitung der Krebserkrankung der unsichtbaren Dritten im Bunde, der titelgebenden Sukierae, Spencers Mom Susan, gibt den Ton für das Vater-Sohn-Projekt und 20 berührende Songs vor. Darin werden nicht etwa Chemo und Haarausfall thematisiert, vielmehr öffnet die erfahrene Krise die Herzen und führt zu Reflexionen zu den Themen Liebe, Hoffnung, Einsamkeit, die gerade in ihrer akustischen Schlichtheit gefangen nehmen. Die Band Wilco mit dem fulminanten, aber zuletzt arg ausgedachten Werk, kann diesen Emotionsschub gut gebrauchen, und für den stolzen Dad ist es ein cooles Back to Basics.

Text: Christine Heise

Foto: Piper Ferguson

Tweedy, Apostel-Paulus-Kirche, Klixstraße 2, Schöneberg, Do 6.11., 21 Uhr, ?VVK: 33 Euro zzgl. Gebühr

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