Konzerte & Party

Unheilig in der Arena Treptow

UnheiligVon Deutschlands erfolgreichstem Musiker des Jahres weiß man wenig mehr als Rekordzahlen: 600?000 Alben hat „Der Graf“ dieses Jahr mit Unheilig verkauft, 17 Wochen lang hielt sich „Große Freiheit“ an der deutschen Chartspitze – länger als irgendein anderes Album zuvor. Zu Privatem aber schweigt sich der Aachener aus, bittet Interviewer freundlich, ihn doch einfach nur „Graf“ zu nennen, gern per Du. In der Tat passt Bernd, wie „Der Graf“ wirklich heißt, nicht allzu gut zum deutsch-romantischen Seemannsgarn, das er auf „Große Freiheit“ spinnt; auch nicht zu seinem Erscheinungsbild mit Kapitänsmantel, getrimmtem Backenbart und eisigem Blick. Nun haben sich Unheilig die beste Grundlage geschaffen, um demnächst in Russland, vielleicht eines Tages auch in Amerika zu gastieren. Dort wickeln dieser Tage ja auch Rammstein die Massen um die athletischen Finger. An den Teuto-Klischees der Berliner haben Unheilig sich auf ihrem erfolgreichen siebten Album denn auch deutlicher als zuvor orientiert, ihrem Matrosenlatein einen martialischeren Schliff verpasst: „Ruderkreuz und Untergang, fest im Griff von Meer und Mann“, singt „Der Graf“ aus tiefer Brust. Und auch Unheilig winkt ein Weltpublikum: Wo doch Hollywood schon immer ein Faible hatte für raubeinige deutsche Kapitäne.

Text: Ulrike Rechel

Unheilig, Arena Treptow, Sa 25. + So 26.12., 19.30 Uhr VVK: 36,50 Euro (Sonntag ausverkauft)

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