Konzerte & Party

Unknown Mortal Orchestra in der Berghain Kantine

Unknown Mortal Orchestra

Ruban Nielson war zuletzt mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Er musste sich neu aufstellen, ein anderes Label, ?Management und PR-Team suchen und Gewohnheiten beseitigen, die sein Leben zeitweilig aus den Fugen geraten ließen. „Ich war zu besessen von der Musik und habe zu viele Drogen genommen. Bei meinem Bassisten war es ähnlich, er musste aus diesem Grund ins Krankenhaus. Da merkte ich, dass sich etwas ändern muss. Ich will noch einige Alben mehr machen und meinen Kindern und ?Musikern gegenüber ein Vorbild sein.“
Der aus Neuseeland stammende und im amerikanischen Portland lebende Künstler gilt schon länger als Attraktion der internationalen Indie-Szene. Nielson ist ein Lo-Fi-Nerd, der zu Hause im Keller neue Stücke ausbrütet und dabei von einem Genre zum nächsten springt. Man kennt von ihm den Underground-Hit „How Can You Luv Me“, in dem er HipHop-Beats herrlich ungelenk rumpeln lässt. Auch die psychedelische Nachtmusik in „So Good At Being In Trouble“ hat ihn bekannt gemacht. Mit dem neuen Album „Multi-Love“ steht sein Unknown Mortal Orchestra endgültig vor dem Durchbruch. Noch nie wirkte Nielson so selbstbewusst, auch im Umgang mit seinen Soul-Einflüssen. „Früher habe ich mich für einen Gitarristen gehalten, der gezwungen ist, seine eigenen Songs zu singen. Jetzt traue ich mir mehr zu und halte es nicht mehr für blasphemisch, wie Stevie Wonder zu klingen.“

Text: Thomas Weiland

Foto: Dusdin Condren

Unknown Mortal Orchestra, Berghain Kantine, Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Di 26.5., 21 Uhr, ausverkauft

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