Konzerte & Party

Unser Rave soll schöner werden

Unser Rave soll schöner werdenEinmal eine eigene Party im Görli machen. Das wär’s doch. Also Plattenspieler einpacken, Boxen und Generator ausleihen, den befreundeten DJ einladen und noch ein paar Kisten Bier hinstellen – fertig ist die Veranstaltung. Aber wer räumt hinterher die Kippen und Scherben weg? In den letzten Jahren haben sich die Feiern im öffentlichen Raum gefühlt verdoppelt. Und so gab es in beliebten Parks auch schon mal zwei Massenaufläufe an einem Wochenende. Das Gras wurde weniger, der Müll mehr, die Polizei tauchte auf  und es dauerte nicht lange, da dämmerte auch Teilen der Feierfans: So richtig gut ist das alles nicht mehr.
Bereits im Frühjahr letzten Jahres trafen sich einige Partyveranstalter und überlegten, was man selbst besser machen könne, und wie sich auch den Besuchern mehr Eigenverantwortung übertragen ließe. Als dann in diesem Jahr eine Facebook-Gruppe Mitglieder sammelte, die dazu aufrief, Termine von Parkpartys zu posten und die Besucherströme damit noch mehr in die Höhe trieben, als dann eine Veranstaltung in der Köpenicker Straße mit einem brennenden Dachstuhl endete, wurde das Thema noch einmal aktuell. Was können Gäste und Verantwortliche für sichere und saubere Partys im Naherholungsgebiet und auf der Industriebrache tun?
Hier sind ein paar Vorschläge, orientiert an den Ergebnissen des Veranstaltertreffens: Mülleimer aufstellen, Mülltüten mitnehmen und diese dann auch füllen, am besten bevor es dunkel wird, ist erste Raverpflicht. Um dem guten Willen ein wenig nachzuhelfen, hat es sich für einige Veranstalter auch als hilfreich erwiesen, zwischendurch die Musik auszustellen und die eine oder andere Durchsage zu machen. Gerade Zigaretten aufsammeln ist ein anstrengender und vermeidbarer Job. Taschenaschenbecher schaffen da leichte Abhilfe. Auch anderer kleinteiliger Müll ist schwer aus den Wiesen zu klauben. Der Salon zur wilden Renate benutzt zum Beispiel Plastikbecher, die nicht zersplittern. Das reduziert nicht nur den Müll, sondern freut auch den Barfuß-Raver.
Neben dem Müll ist es vor allem die Brandgefahr, die oft auf die leichte Schulter genommen wird: Raketen und Himmelslaternen mögen schön aussehen, können aber im bewaldeten Randgebiet Brände auslösen. Einen Feuerlöscher dabei zu haben, müsste für Veranstalter die Regel sein. Gerade wenn man auf von der Sonne ausgetrockneten Grünflächen mit Generatoren hantiert. Die Auflagenbürokratie durch die Stadt mag zwar lästig sein, aber Feuerlöscher, Fluchtwege oder professionell verlegter Strom haben durchaus ihren Sinn. Auf alten Fabrikgeländen ist das schwer zu garantieren, und auch wenn man es gerne verdrängt: Wenn etwas passiert, steckt der Veranstalter in einer rechtlich verzwickten Lage.
Natürlich denkt jeder, dass seine Party die Beste und Wichtigste sei, und man möchte möglichst viele Menschen daran teilhaben lassen, aber Veranstaltungen, die in sozialen Netzwerken beworben werden, können eben auch schnell außer Kontrolle geraten. Warum also dem Park und seinen Anwohnern nicht auch einmal etwas Ruhe gönnen und ab und zu einfach nur im kleineren Kreis feiern?

Text: Laura Ewert

Foto: Gerd Windges (pixelio.de)

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