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Veranstaltungen in Berlin diese Woche: Siegfried & Joy, Lars Eidinger und Avantgarde-Sounds

Welche Veranstaltungen finden diese Woche in Berlin statt? Was könnt ihr unternehmen? Wir haben 12 Tipps für diese Woche: Die schottischen Autoren John Niven und Irvine Welsh („Trainspotting“) kommen mit neuen Romanen in die Stadt. In den Theatern öffnet sich der Vorhang für Lars Eidinger, ein neues Stück von Peter Handke und die beiden Zauberer Siegfried und Joy. Und auch musikalisch ist viel los, von Indie-Rock bis Avantgarde, von der Band Gewalt bis Beethoven. Hier sind unsere 12 Tipps für Veranstaltungen in Berlin diese Woche.


Diese Woche im Gorki: „Futureland“

Witz, Wut, Weisheit: "Futureland", ein lässiges Stück über Ankunft und Flucht, läuft diese Woche im Gorki. Foto: Ute Langkafel/Maifoto
Witz, Wut, Weisheit: „Futureland“, ein lässiges Stück über Ankunft und Flucht, läuft diese Woche im Gorki. Foto: Ute Langkafel/Maifoto

Lola Arias berührender Dokumentartheaterabend über minderjährige Geflüchtete steht diese Woche wieder auf dem Spielplan des Gorki. Acht Jugendliche, als unbegleitete Flüchtlinge aus Afghanistan, Bangladesch, Guinea, Syrien und Somalia nach Deutschland gekommen stehen auf der Bühne und erzählen im Setting einer Computerspielwelt ihre Geschichten, ihr Ankommen in diesem Land und von ihren Zukunftserwartungen. Mit Witz und Wut. Mit Musik und Weisheit. Mit Lässigkeit und Würde. Sehr sehenswert.

  • Maxim Gorki Theater, Am Festungsgraben 2, Mitte, 19.,20.+21.10., 19.30 Uhr, www.gorki.de

Schotten-Doppel: John Niven und Irvine Welsh

Diese Woche in Berlin: Das Pfefferberg Theater veranstaltet eine Doppel-Lesung. John Niven ist mit dabei. Foto: Erik Weiss
Diese Woche in Berlin: Das Pfefferberg Theater veranstaltet eine Doppel-Lesung. John Niven ist mit dabei. Foto: Erik Weiss

Bei dem schottischen Doppelpack gibt’s hart aufs Maul. John Niven („Kill your friends“) nimmt sich in seinem neuesten Werk „Die F*ck-it-Liste“ das Trump-Amerika vor, aber das künftige von Ivanka, nachdem Donald seine beiden Amtszeiten (Gott bewahre!) geschafft und das Weiße Haus an die Tochter abgetreten hat. Der Kleinstadt-Zeitungsredakteur Frank Brill, Ruhestand, Krebs im Endstadium, beginnt, die Racheliste seines Lebens abzuarbeiten. Und Irvine Welsh beschließt seine „Trainspotting“-Serie mit „Die Hose der Toten“. Mark Renton ist jetzt, was Niven mal war: Musikmanager. Und trifft noch einmal in Edinburgh Begbie, Sick Boy und Spud. Thorsten Nagelschmidt moderiert.


Kiezsalon mit Gigi Masin, Floating Spectrum und Baby Vulture

Die aktuelle Ausgabe des Kiezsalons hat gleich drei richtungsweisende Künstler eingeladen. Komponist und Ambient-Musiker Gigi Masin veröffentlichte 1986 das Album „Wind“, aus dem zahlreiche Kollegen wie beispielsweise Björk im Laufe der Jahre Ausschnitte sampelten. Die kürzlich veröffentlichte Platte „Calypso“ knüpft atmosphärisch an den Klassiker an. Floating Spectrums Klang wiederum besteht aus Field Recordings, die mit Synthesizern und schweren Drones verbunden werden. Ebenfalls an den Decks steht die Mexikanerin Daniela Huerta alias Baby Vulture. Sie bewegt sich zwischen Performance Kunst, Sound Design und Visual Arts.

  • Musikbrauerei Berlin, Greifswalder Str. 23A, Prenzlauer Berg, Mi 21.10., 20 Uhr, Musikbrauerei auf Facebook

„Zdeněk Adamec“ am Deutschen Theater

Das Deutsche Theater zeigt ein neues Stück von Peter Handke. Premiere ist diese Woche. Foto: Arno Declair
Das Deutsche Theater zeigt ein neues Stück von Peter Handke. Premiere ist diese Woche. Foto: Arno Declair

Am 6. März 2003 ging der junge Tscheche Zdeněk Adamec auf den Prager Wenzelsplatz, übergoss sich mit Benzin und zündete sich an. Anders als Jan Palach, der sich 1968 am selben Ort aus Protest gegen die brutale Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Truppen des Warschauer Pakts angezündet hat und zu einem Nationalheld wurde, ist der 18-jährige Adamec weitgehend vergessen. Doch auch der junge Tscheche wollte, wie er in seinem Abschiedsbrief schrieb, ein Zeichen gegen „den Verfall der Welt“ setzen, die von Geld korrumpiert sei. Als „eine Szene“ beschreibt Dramatiker Peter Handke sein neues Stück, das das Leben und den Tod von Zdeněk Adamec beleuchtet. Jossi Wieler inszeniert den Abend. Mehr über „Zdeněk Adamec“ lest ihr hier.


Lass Vegas! Siegfried & Joy im Tipi am Kanzleramt

Veranstaltungen in Berlin diese Woche: Siegfried und The Great Joy Leslie zaubern sich ab dieser Woche durch den Herbst. Die Show läuft den ganzen Oktober und November. Foto: Max Hartmann
Siegfried und The Great Joy Leslie zaubern sich ab dieser Woche durch den Herbst. Die Show läuft den ganzen Oktober und November. Foto: Max Hartmann

Allzu deutlich spielen Siegfried & Joy auf die deutsch-amerikanischen Zauberkünstler und Dompteure Siegfried & Roy an, deren Show die meistbesuchte in Las Vegas war. Ein Tigerangriff beendete 2003 jäh ihre Bühnenkarriere. Bei ihren satirisch grundierten Imitatoren Siegfried & Joy sind die Tiger nur als Fell-Frack (samt Krallen am Saum) vorhanden, Dompteure sind die beiden Berliner nicht, Magier allerdings schon. Denn Zaubern können sie, sich und ganzen Simsalabim kräftig ironisieren auch. Also „Lass Vegas“ sein, Berlin tut’s auch.

  • Tipi am Kanzleramt, Große Querallee, Tiergarten, Mi 21.10. (Voraufführung), 20 Uhr, Do 22.10., 20 Uhr (Premiere), en suite bis Ende November, www.tipi-am-kanzleramt.de

„Elektra – Ein Familienalbum“ am Berliner Ensemble

Mit „Elektra“ eröffnet Regisseurin Rieke Süßkow diese Woche die Spielzeit im Neuen Haus des Berliner Ensembles .Foto: Oliver Brosmann
Mit „Elektra“ eröffnet Regisseurin Rieke Süßkow diese Woche die Spielzeit im Neuen Haus des Berliner Ensembles .Foto: Oliver Brosmann

Die familiäre Kampfzone im Herrscherhaus von Theben rückt die junge Berliner Regisseurin Rieke Süßkow (Foto) in ihrer Einstandsinszenierung am BE ins Bild. Für ihr musikalisch-bildliches Erzählen ist die 30-Jährige seit ihrer vielfach preisgekrönten „Medea“-Inszenierung bekannt, ihrer Abschlussarbeit an der Hamburger Theaterakademie. Und auch dieser antike Stoff beschreibt ja schon wahrlich keine Familienidylle. Mit „Elektra“ eröffnet Süßkow nun die Spielzeit im Neuen Haus, der Zweitspielstätte des BE.


Gewalt im Kesselhaus

Das Synästhesie-Festival muss in diesem Jahr pausieren, aber es präsentiert einzelne Konzerte. Nach dem Gig von Sofia Portanet stehen nun Gewalt auf der Bühne des Kesselhauses. Patrick Wagner (Ex-Surrogat), Helen Henfling und Jasmin Rilke zelebrieren zu grollenden Beats expressive Lyrik irgendwo zwischen Gottfried Benn und den Einstürzenden Neubauten. Im letzten Jahr erschien mit „Deutsch“ eine klare Absage an Nationalstolz und Heimatpathos.

  • Kulturbrauerei/Kesselhaus, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Fr 23.10., 20 Uhr, www.kesselhaus.net

Sebastian Krämer im Heimathafen

Veranstaltungen in Berlin diese Woche: Sebastian Krämer ist womöglich der Wortgewandteste im deutschsprachigen Cabaret. Diese Woche stellt er ein neues Programm vor. Foto: Christian Biadacz
Sebastian Krämer ist womöglich der Wortgewandteste im deutschsprachigen Cabaret. Diese Woche stellt er ein neues Programm vor. Foto: Christian Biadacz

Der sympathische Berliner setzt in seinen Chansons weder auf Slogans noch auf eine Feel-Good-Attitüde. Insofern gestehen auch die „Liebeslieder an deine Tante“ der Melancholie und den kleinen, vermeintlich unwichtigen Begebenheiten viel Raum. „Ich denk’ an deine Tante, / wüsste nicht, wann ich je so brannte. / Ist sonst nicht meine Art, / liegt an Hildegard“, heißt es im Titelsong des neuen Programms schon regelrecht euphorisch.


Lars Eidinger ist Peer Gynt

Lars Eidinger, Posterboy der Schaubühne, ist diese Woche wieder als Peer Gynt zu sehen. Foto: Benjakon
Lars Eidinger, Posterboy der Schaubühne, ist diese Woche wieder als Peer Gynt zu sehen. Foto: Benjakon

Welcome to the Ego-Show: Im „Taten-Drang-Drama“ um den Lügner und Obernarzisten Peer Gynt spielt Lars Eidinger ihn und nahezu alle anderen Figuren gleich mit. Nur Gynts jüngeres Ich (Edna Eidinger) und Mutter Aase (John Bock) sind via Video anders besetzt. Der Konzeptkünstler John Bock ist auch Co-Regisseur und verantwortlich fürs wilde Flickenstoff-Bühnenbild und die Kostüme.

  • Schaubühne, Kurfürstendamm 153, Wilmersdorf, 19.–21.10., 23.+24.10., jeweils 21 Uhr, So 25.10., 20 Uhr, www.schaubuehne.de

Outernational #1 + The Other Beethovens im Radialsystem

Das Trickster Orchestra spielt in wechselnden Besetzungen Avantgarde-Musik – diese Woche live im Radialsystem. Foto: Silke Weinsheimer
Das Trickster Orchestra spielt in wechselnden Besetzungen Avantgarde-Musik – diese Woche live im Radialsystem. Foto: Silke Weinsheimer

Die Auseinandersetzung mit Beethoven beginnt bei diesem kleinen Musikfestival mit „Covered Culture“, einer Installation von Muntendorf & Lobeck, die auf Fragmenten vokaler Musik Beethovens basiert. Die Konzertinstallation „Ode For All“ fragt anschließend, welchen musikalischen Ausdruck die humanistische „Ode an die Freude“ heutzutage finden würde. Parallel startet die neue Konzertreihe „Outernational“. Im ersten Teil illustriert das Berliner Trickster Orchestra mit einer Uraufführung den gesellschaftlichen Wandel in Metropolen wie Bangalore.

  • Radialsystem, Holzmarkstr. 33, Friedrichshain, Sa 24. + So 25.10., ab 17 Uhr, www.radialsystem.de

„Lonely House“ mit Katharine Mehrling und Barrie Kosky

Katharine Mehrling und Barrie Kosky setzen als musikalisches Team ihre "Lonely House"-Konzerte fort. Foto: Agentur Baganz
Katharine Mehrling und Barrie Kosky setzen als musikalisches Team ihre „Lonely House“-Konzerte fort. Foto: Agentur Baganz

„Lonely House“ heißt der Abend, der sich ganz dem Werk von Kurt Weill verschreibt. Der Komponist floh 1933 vor den Nazis aus Deutschland und ging ins Exil. Katharine Mehrling singt Songs und Chansons, die in den 1930er-Jahren auf den Stationen von Weills Flucht entstanden sind: Werke, die er in Frankreich schrieb, und Lieder, an denen er in den USA arbeitete. Begleitet wird Mehrling am Klavier, und zwar vom Intendanten Barrie Kosky persönlich.


„De-Consolation“ in der Alten Münze

Chico Mello ist diese Woche in Berlin beim Dystopie-Festival zu Gast. Foto: Tobias Dutschke
Chico Mello ist diese Woche in Berlin beim Dystopie-Festival zu Gast. Foto: Tobias Dutschke

Im Rahmen des Dystopie-Klangkunstfestivals, dessen Gastland und Thema in diesem Jahr Brasilien ist, kommt diese kammermusikalische Performance zur Aufführung. Der Komponist Chico Mello und die Schauspielerin Fernanda Farah (Mitglied der Compagnie von Constanza Macras) lassen Textsplitter des brasilianischen Schriftstellers André Sant’Anna zu Musik und Bild werden. Sant’Annas freizügige Texte nehmen spöttisch, abgründig und gern politisch unkorrekt Sex, Fußball, Rock und Politik zum Thema. Sehr cool. Und trotz ihres düsteren Titels (zu deutsch „Ent-Tröstung“) ist das die Musikperformance sicher auch.


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Pure Ästhetik: Berlins beste Kunstausstellungen in Galerien und Museen empfehlen wir hier. Ein Höhepunkt für die Berliner Kunstwelt: Noch bis 1.11. läuft die Berlin Biennale – die besten Ausstellungen findet ihr hier.

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