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Verschiedene: „Look Again To The Wind – Johnny Cash\s Bitter Tears Revisited“

Verschiedene: Look Again To The WindIndianer als Ureinwohner Nordamerikas haben in der Rockmusik traditionell gewichtige Fürsprecher: Robbie Robertson, Neil Young, Jimi Hendrix, Buffy Sainte-Marie. Immer auf der Seite der Entrechteten recherchierte auch Johnny Cash in seiner eigenen Geschichte nach Tropfen indianischen Blutes, fand diese zwar nicht, spielte dafür aber 1964, nachdem er den unbekannten Folk-Sänger Peter La Farge hörte, ein Album mit Songs ihnen zu Ehren ein. Was heute wie eine gute Idee klingt, war in den Sechzigern im Zuge des gerade erst installierten Civil Rights Act ein starkes Statement und keineswegs vorhersehbar von einem Mann, der eher den Shotguns tragenden Cowboys zugeordnet wurde. 50 Jahre später haben sich nun einige Schwergewichte des Americana zusammengefunden, um dem Konzeptalbum „Bitter Tears“ Tribut zu zollen, es in unsere Zeit zu transferieren.
Genregemäß fällt das nicht modernistisch aus, sondern glänzt durch Interpretationsstärke und Einfühlung. Produzent Joe Henry bestand darauf, das Projekt in echten Sessions zu realisieren. Und so teilen sich Studio-Cracks wie Greg Leisz und Jay Bellerose den Job der Begleitung bei Sängern wie Emmylou Harris, Kris Kristofferson und Steve Earle – der Cash-Freundschaftsfaktor ist hier makellos. Hinzu kommen The Milk Carton Kids und Rhiannon Giddens als Vertreter der jungen Generation, Norman und Nancy Blake als Bluegrass-Autoritäten, aber es sind Gillian Welch und David Rawlings, die hier am intensivsten auch atmosphärisch agieren. Abgesehen von den Blake’schen Betulichkeiten ist dies ein glaubwürdiges Update in Zeiten immer leiser werdender Protestmusik, vielleicht ja mit Vorbildwirkung, Johnny wäre glücklich.

Text: Christine Heise

Verschiedene, Look Again to the Wind – Johnny Cash’s Bitter Tears Revisited
(Sony)

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