Konzerte & Party

Vic Godard im Bang Bang Club

VicGodardEr war schon dabei, als es 1976 in London losging. Malcolm McLaren hatte Vic Godard überredet, eine Band zu gründen und zusammen mit den Sex Pistols und anderen Punk-Frühstartern im 100 Club zu spielen. Die Band nannte sich Subway Sect und schien vor einer großen Zukunft zu stehen. Doch das Glück war ihr nicht hold. Sie nahm ein Album auf, das kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogen wurde und nie in seiner ursprünglichen Form erschienen ist. Godard machte mit anderen Musikern weiter, widmete sich dem Rockabilly und Swing, musste aber feststellen, dass das nicht wirklich jemanden interessiert. Mitte der Achtzigerjahre gab er auf, wurde Postbote. Ein Jahrzehnt später erschien Godard dann wieder auf der Bildfläche. Morgens stellte er fleißig Briefe zu, und nachmittags traf man ihn öfter im Studio von Edwyn Collins, dem die Anti-Macho-Attitüde Godards schon immer gefallen hatte. Seither nimmt der Ur-Punk immer mal wieder tolle Platten auf. „We Come As Aliens“ ist die neueste und eine seiner abwechslungsreichsten. Trotzig thront Godards herrliche Nörgelstimme über Northern Soul, Punk, Latin-Anleihen und einer Version von Françoise Hardys „Et Mкme“. Die seltene Gelegenheit, diesen Mann bei uns mal live zu erleben, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Text: Thomas Weiland

Vic Godard & Subway Sect Bang Bang Club, Fr 5.11., 20 Uhr, Abendkasse: 12 Euro

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