Konzerte & Party

Vierkanttretlager im Festsaal Kreuzberg

Vierkanttretlager

Welchen positiven Effekt könnte es schon haben, als angehender Musiker in einer nordfriesischen Kleinstadt aufzuwachsen, fernab von jeder Szene? „Genau das hat vieles begünstigt“, sagt Max Leßmann, Sänger der Husumer Band Vierkanttretlager. „Denn das hat uns ein Scheuklappendenken erspart. Wir mussten unseren eigenen Weg finden und selbst entscheiden, was wir hören.“ Im Vakuum der nordischen Abgeschiedenheit hat sich das Quartett zu einer Indie-Rock-Combo entwickelt, die sich mal schroff gesellschaftskritisch, mal leise hadernd gibt, während ihr Sänger die Tradition der Hamburger Schule zelebriert und mit poetischen, oft schwermütigen Texten gefällt. Dass die Band deshalb von Kritikern meist in dieselbe Schublade gesteckt und in einem Atemzug mit Tocotronic oder Sven Regener genannt wird, lässt Leßmann eher kalt. „In gewissen Punkten sind wir natürlich mit denen vergleichbar. Aber ich fühle mich weder besonders geehrt, noch habe ich Angst vor den Ansprüchen, die daraus erwachsen.“ Zur Abgrenzung bleibt der Band immerhin, ihre Heimat auch musikalisch einzubringen. So taucht in der Single „Fotoalbum“, mit der das Quartett beim diesjährigen Bundesvision Song Contest den sechsten Platz belegte, neben einem Akkordeon auch ein Shanty-Chor auf. „Diese folkloristischen Dinge mögen wir sehr“, erklärt Leßmann. „Dieses Urige, die alten Männer, das hat uns alles geprägt und erwärmt noch immer unser Herz.“

Text: Nadine Kleber

Foto: Andreas Hornoff

Vierkanttretlager, Festsaal Kreuzberg, Do 8.11., 21 Uhr, VVK: 13 Euro zzgl. Gebühr

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