Konzerte & Party

Viktoriapark – Was ist schon ein Jahr?

Sie klingen wie ein freier Nachmittag im Sommer. Einer, den man sorglos dösend im Park verbringt. Einem Album, das derart klingt, welches aber erst Ende November herausgekommen ist, könnte man vorhalten, zu spät zu kommen. Vielleicht ist die Band Viktoriapark aber auch einfach mal wieder der Zeit voraus.

Schon 1998 hatte sich das Quartett um Sängerin Susie Pinkawa mit ihrem deutschen Indie-Pop herausgetraut. Zwar klangen Viktoriapark bereits wie Bands, die heute mit ihrer Musik gutes Geld verdienen („Wir waren jung, und wir brauchten das Geld“), kaufen wollten das damals aber noch wenige. „Von der Musik leben zu können war damals und ist noch heute eine Illusion“, erklärt Sänger und Multiinstrumentalist Tobias Friedrich (Foto, re.) den Grund dafür, dass sich die Band 2000 auflöste und prompt die spätere Abfahrt des mittlerweile sehr erfolgreichen Zuges Deutscher Pop verpasste.

Drei Jahre später fanden Viktoriapark dennoch wieder zusammen und beschlossen, eine weitere Platte zu veröffentlichen. „Es war eigentlich geplant, das sehr schnell zu schaffen“, erzählt Fried­rich. „Das hat nicht geklappt.“ Ganz und gar nicht: Bis das aktuelle Album „Was ist schon ein Jahr?“ veröffentlicht wurde, zogen gleich mehrere davon ins Land. Zwar war die Musik, bei der u.a. Thimo Sander, Tex Morton (Mad Sin) und Martin Wenk (Calexico) mitwirkten, schon 2006 fertig, jedoch fehlten das Artwork und auch eine Plattenfirma im Rü­cken. Mit dem eigenen Label und viel Arbeit hat das Quartett das Album nun doch noch in die Verkaufsregale bekommen.
Dabei ist es sehr gut möglich, dass mit „Ende offen“ schon jetzt ein Stück für den nächsten Sommer dabei ist. Denn Viktoriapark sind nicht zu spät. Sie sind manchmal einfach zu früh.

Text: Alex Fughoff

Viktoriapark
„Was ist schon ein Jahr?“ (Vikram)

Viktoriapark bei Myspace

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