Musikfest

Vladimir Jurowski dirigiert in der Philharmonie

In London (bei den dortigen Philharmonikern) ist er seit zehn Jahren der Darling der Musikszene. Jetzt kommt er nach Berlin zurück, wo er, nach Lehrjahren an der Komischen Oper, seinen Wohnsitz stets behalten hatte

Foto: Bettina Stöß

Vladimir Jurowski (45), Spross einer Dirigenten-Dynastie, sorgt beim Musikfest für die beste und intelligenteste Programmzusammenstellung. Zugleich ist der Abend sein Antrittskonzert als neuer Chef des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Nicht nur ist er der einzige Berliner Chef, der sich am Schwerpunkt zum 100. Geburtstag des in Korea geborenen Komponisten Isang Yun beteiligt (mit dessen „Dimensionen“, 1971). Für Schönbergs Violinkonzert hat Jurowski zudem mit Christian Tetzlaff den interessantesten Solisten gewonnen, den man sich hierfür vorstellen kann. Neben Luigi Nonos Hommage an den 1943 von den Nazis hingerichteten tschechischen Komponisten Julius Fučík steht dann noch Beethovens Fünfte auf dem Programm. Aber nicht einfach so. Sondern mit den Orchester-Retuschen von Gustav Mahler. Und schon weht wieder frischer Wind durch Berliner Konzertstuben.
Am Klang des RSB (das durch viele Jahre von Marek Janowski geschliffen wurde) möchte er nichts ändern. Russisch sei die Sprache, in der er träume, aber Heimat sei, mit Ernst Bloch, doch eher da, wo noch keiner war. Es gebe viele Schwindler unter den Dirigenten, so Jurowski. „Man erkennt sie an falschen Gesten und übertriebenen Choreographien. Und daran, dass das Orchester ihnen überhaupt nicht folgt.“ Wird hier nicht passieren.

Philharmonie Herbert-von-Karajan-Str. 1, Tiergarten, So 17.9., 20 Uhr, Karten 20–59 €

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