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Volbeat: Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

Voilbeat: Outlaw Gentlemen & Shady LadiesBereits der Albumtitel und das Cover-Artwork lassen keinen Zweifel darüber, wohin diese Dänen thematisch zielen: klar, der wilde Westen. Ähnlich wie Tarantino mit „Django Unchained“ die Italo-Räuberpistole wiederbelebt hat, bedient sich auch Volbeat-Chef Michael Poulsen auf Volbeats fünftem Album „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ aus einem Fundus prägender, cooler Kindheits­erinnerungen. Dazu gehören Presley und Cash genauso wie eben Metal(lica). Während der ehemalige Anthrax-Axtmann Rob Caggiano als neuer Lead-Gitarrist für Achtziger-Hardrock-und Metal-Flair sorgt, dürfen Morricone und gelegentliche Saloon-Arrangements mit Banjo, Slide-Gitarre und Mundharmonika ebenso wenig fehlen. Eine Symbiose, die für Volbeat nicht neu ist. Und doch klang der Genre-Grenzritt noch nie so harmonisch und homogen wie hier und gab man dem Songwriting derart die Sporen. „Pearl Hart“ eröffnet den Reigen mit rauchenden Colts und einem galoppierenden Gitarrenmotiv. „The Nameless One“ und das Thin-Lizzy-tolle „The Sinner Is You“ ziehen den rockenden Cowboystiefel wunderbar weiter durch. Mag „Lola Montez“ auch zu offensichtlich auf Hit-Schunkelnummer gebürstet sein – ihrem eingängigen Charme erliegt man am Ende doch. Dazu zeigen Volbeat auch mit dem gewagt-gelungenen Coversong „My Body“ der Indie-Band Young The Giant, dass sie keine Berührungsängste mit Pop haben. Alles unter eine Hutkrempe bringen schließlich die beiden Duette: „Lone­some Rider“ mit Sängerin Sarah Blackwood ist Poulsens Ausflug in Hazlewood-Sinatra-Gefilde. Das schneidende „Room 24“ mit dem schrillen dänischen Metal-Theatraliker King Diamond am Gastmikro dagegen sei allen Headbangern als Friedenspfeife gereicht, die der Band Kommerz und schwindende Härte vorwerfen. Dabei haben Volbeat die Grenzen des rein metallischen Nischen-Territoriums längst gegen die Erschließung der gesamten Rockwelt getauscht.

Text: Frank Thiessies

tip-Bewertung: Hörenswert (5/6)

Volbeat, Outlaw Gentlemen & Shady Ladies (Universal)

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