Konzerte & Party

Voodoo Jürgens im Badehaus Szimpla

Düster, schräg, absurd: der Wiener Liedermacher Voodoo Jürgens

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Unter der zuckrig-süßen Sachertorten-Fassade hat Wien eine abgründige Seele. Schon Georg Kreisler wollte Tauben im Park vergiften und Ludwig Hirsch stürzte sich todkrank aus dem Fenster. So wie diese Wiener Legenden hat der Sänger und Gitarrist Voodoo Jürgens jene unterirdisch fließenden Geistesströme seiner Heimatstadt angezapft. Extravagant ist er und extrovertiert, im abgewetzten Anzug, verlebt und unrasiert. Seine Musik klingt nach kaputtem Ofenrohr, nach Party im Friedhofsgewölbe. „Ansa Woar“, Einserware also, hat der Lebenskünstler seine erste Platte betitelt, dreizehn klagende, lustige, charmante Lieder, voll schwarzen Humors, tiefsinniger Poetik und schiefer Orgelsounds. „Heite grob ma Tote aus“ heißt die wohl beste Komposition, auch das Youtube-Video ist großartig.
Die 1970er-Jahre schweben über dem Ganzen, Austro-Pop und etwas Rock, aber auch Ambros und Danzer. Ohne Patina geht nichts, wenn man in Wien Lieder macht, mit Schmäh zudem. Die Österreicher hat er schon überzeugt. Das Debüt des 1983 als David Öllerer in Tulln geborenen Musikers stieg nach Veröffentlichung direkt an der Spitze der Charts ein. Kollegen aus der Nachbarschaft, Der Nino aus Wien und Mitglieder von Ja, Panik, waren an der Produktion beteiligt. Das ist Stadtkultur im besten Sinn!

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