Punk

Bad Religion

Bad Religion führen ihr legendäres Album „Suffer“ wieder auf

Die erste Zeit unter Trump, so sagte Greg Graffin kürzlich, erinnere ihn sehr an jene Epoche, in der er Anfang der 80er-Jahre seine Band Bad Religion gründete. Nur ­damals sei es Ronald Reagan gewesen, der die Ultra­rechten und Evangelikalen wachgeküsst habe. Im September 1988, nach schon sieben Jahren Reagan, veröffentlichte die kalifornische Band mit „Suffer“ ein Album, das nicht nur den melodischen Westcoast-Hardcore entscheidend prägte, sondern das man heute auch als Fazit der Reagan-Ära lesen kann.

Fünf US-Präsidenten später bringen Bad ­Religion nun bei der „30 Years of Suffer“-Tour das Album erneut auf die Bühne, und angesichts des politischen Rollbacks in den USA ergibt die Wiederaufführung hier durchaus mal Sinn. Der Sound, den Bad Religion auf diesem Album entwickelten, hat ein ganzes Genre mitbegründet, das des sogenannten Melodycore. Die schnell und zackig heruntergeschrubbten Akkorde von Gitarrist Brett ­Gurewitz und der melodische Gesang Graffins klingen auch heute noch frisch und auf den Punkt – ganze 26 Minuten brauchten Bad ­Religion auf „Suffer“ für 15 Songs. Ihrem ­Optimismus sind Bad Religion anscheinend treu geblieben, denn kurz nach Trumps Inauguration sagte Graffin: „Ich glaube nicht, dass ein Präsident in vier Jahren die Tradition und die Grundsätze der USA zu Fall bringen kann.“ Möge der gute Mann Recht behalten.

Columbiahalle, Columbiadamm 13–21, 20 Uhr, Tempelhof, VVK 39,15 €

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