Konzerte & Party

The War On Drugs im NBI

The War On Drugs

Den Begriff „Krieg gegen Drogen“ gibt es in der Politik wirklich. Seit der Zeit von US-Präsident Nixon führt man diesen  – bekanntermaßen mit mehr als bescheidenem Erfolg. Doch es gibt auch jemanden, der seine Band The War On Drugs nennt. Seit sechs Jahren benutzt Adam Granduciel aus Philadelphia diesen Namen. „Man kann sich vor Musikern und Songs, in deren Namen Anspielungen auf Drogen stecken, gar nicht mehr retten. Ich wollte das einfach mal umdrehen und damit ein Klischee aushebeln„, sagt der Sänger und Gitarrist. Er ist ein ähnlicher Schelm wie sein alter Kumpel mit dem ebenfalls auffälligen Namen Kurt Vile, der bis zur Veröffentlichung des Debütalbums „Wagonwheel Blues“ Mitglied von The War On Drugs war. Spaß muss sein, aber es gibt auch genügend Gründe, derentwegen dieser Granduciel aus musikalischer Sicht interessant ist. Schnell hört man ihm die Vorliebe für Bob Dylan und Tom Petty an. Doch das neue Album „Slave Ambient“ ist kein Singer-Songwriter-Werk, auf dem der Song in seiner pursten Form im Vordergrund steht. Monate, ja Jahre habe Granduciel damit verbracht, Umweltgeräusche mit einer analogen Bandmaschine aufzunehmen. Danach habe er sie am Computer bearbeitet, verändert und übereinandergeschichtet. Elektronische Elemente kamen ebenfalls ins Spiel. Das Ergebnis ist ein für Indie-Verhältnisse ungewöhnlich mächtiger Sound, der an My Bloody Valentine erinnert. So gewinnt man vielleicht nicht den Krieg gegen Drogen. Den gegen Langeweile aber schon.

Text: Thomas Weiland

The War On Drugs, nbi, Mo 19.9., 21 Uhr, VVK: 9 Euro

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