Konzerte & Party

War\s das, 2011?

Hagen LiebingBei der Suche nach den Hits und Flops 2011 musste ich mal wieder feststellen: Große Überraschungen blieben aus. Auf den Tod von Amy Winehouse (leider mit Ansage) folgte zwangsläufig ein Album mit Outtakes. Auf den nun begonnenen Abriss der Deutschlandhalle folgte – wie von der Senatsverwaltung angestrebt – kein großer Aufschrei, den es ja noch anlässlich des Palast-der-Republik-Abrisses zu erleben gab. Still und leise wird derzeit ein Stück denkmalgeschützter Stadtkultur entsorgt, das man bereits vor der Jahrtausendwende zugunsten des Wettbewerbsvorteils von Velodrom und Max-Schmeling-Halle der Verrottung preisgegeben hatte.  
Aber natürlich gucken wir auch gerne in die Zukunft. Wer etwa wird wohl von den tip-Musikautoren zum he­rausragenden Musiker gekürt werden? Nachzulesen ab dem 28.12. hier auf dieser Seite. Sagen Sie jetzt bloß nicht Lana Del Ray! Deren weibliche Schlüsselreize lassen zwar gerade viele hyperventilieren, sind aber doch das einzig Originelle an der Lady. Denn musikalisch hat die sich recht hemmungslos an ihrer Landsmännin, der Sängerin und Schauspielerin Grey de Lisle, orientiert, deren Album „Homewrecker“ bereits 2002 einen Sound servierte, den Del Ray nur noch ein wenig mit modernen Elektro-Zutaten unterlegen musste. Von der Ähnlichkeit bei der Namenswahl mal ganz zu schweigen.
Aber vielleicht sehe ich dies ja alles  viel zu verbissen, weil geschicktes Marketing und Kopieren längst auch Teil der Kunst sind. Also gönne ich der Sängerin einfach ihre 15 Minuten und hoffe darauf, dass ihr anschließend noch etwas Eigenes einfällt.

Foto: Harry Schnitger/tip

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