Konzerte & Party

Washed Out im Festsaal Kreuzberg

Washed Out

Vor drei Jahren sah es noch so aus, als würde sich das Leben von Ernest Greene in eine ganz andere Richtung bewegen. Er hatte eine Ausbildung zum Bibliothekar gemacht und wollte auch wirklich in einer Bücherei arbeiten. Aber dann machte ihm die Wirtschaftskrise in den USA einen Strich durch die Rechnung. Er musste sich wieder bei seinen Eltern auf dem Land in Georgia einquartierten, wo er auf riesige Pfirsichplantagen schaute und bis in die späte Nacht Tracks am Laptop produzierte. Blogger entdeckten sie auf Myspace, was Greene dazu veranlasste, diese Tracks unter dem Namen Washed Out zu veröffentlichen. Das war eine gute Idee. Auf den EPs „High Times“ und „Life Of Leisure“ hört man Popmusik, in der angenehme Tiefenentspanntheit steckt. Damit hatte Greene auch gleich seinen Ruf weg. Er wurde zum Anführer der sogenannten Chillwave-Szene erklärt, die mit elektronischen Mitteln eine Form von Ambient-Pop austüftelt. Mit dieser Einordnung hat Greene grundsätzlich keine Probleme. Er will aber auch nicht unbedingt auf sie festgelegt sein: „Ich verzichte jetzt lieber auf zu deutliche Achtziger-Referenzen und auch auf Synthesizer.“ Das Ergebnis ist „Within And ­Without“, der erste Longplayer von Washed Out, mit dem Greene auch einen Beitrag zu mehr zwischenmenschlicher Wärme leisten will. „Ich hoffe, dass die Leute sich zu meiner Musik innig umarmen. Mir kommt das in der heutigen Zeit generell zu selten vor.“

Text: Thomas Weiland

Washed Out, Festsaal Kreuzberg, Do 4.8., VVK: 19 Euro

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