Konzerte & Party

We Have Band im Gretchen

We Have Band

Wie bitte? We Have Band? In der Tat. Einen einfallsloseren Namen kann man sich wirklich nicht aussuchen. Zur Strafe war es für das dafür verantwortliche Trio prompt nicht so einfach, in der englischen Heimat eine Plattenfirma zu finden. Zwar konnte es mit „Divisive“ einen Song anbieten, in dem Elemente von Electro und Pop ähnlich spannend zirkulieren wie bei Hot Chip oder Metronomy. Aber das reichte nicht, um Zweifel am ehrlichen Anliegen zu beseitigen. Gelandet sind die drei schließlich beim französischen Label Naпve, dessen Mitarbeiter sich nun über eine gelungene Investition freuen dürfen. Mit dem zweiten Album „Ternion“ stellen We Have Band nämlich eine Entwicklungsfähigkeit unter Beweis, die man nicht für möglich gehalten hätte.
Lobenswert ist auf jeden Fall das Bemühen der Eheleute Dede und Thomas Wegg-Prosser und ihres guten Bekannten Darren Bancroft, nicht zu durchsichtig zu klingen. Die Songs können schon mal in die düstere und verwegene Richtung gehen, aber trotzdem entsteht dann keine zu große Nähe zu üblichen Post-Punk-Vorbildern. Wenn es rhythmisch, poporientiert und elektronisch zugleich wird, muss man nicht gleich ein Machwerk eines austauschbaren Disco-Rock-Trios vermuten. Und die früher etwas unangenehme Neigung zu Albernheit und Kindersprache ist auch verschwunden. Jetzt singen We Have Band: „Come alive and facilitate me, wash away and elevate me!“ So hören sich Leute an, die etwas gegen Langeweile haben.

Text: Thomas Weiland

Foto: Tom Medwell

We Have Band, Gretchen, Sa 17.3., 21 Uhr, VVK: 14 Euro

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