Konzerte & Party

White Rabbits im Magnet

White RabbitsWenn es etwas gibt, über das sich die Menschheit keine Sorgen machen muss, dann über eine bevorstehende Knappheit an Bands aus New York. Man verliert da leicht den Überblick, aber White Rabbits stechen dabei heraus wie eine Insel der Inspiration im Meer der Dummheit. Zwei Schlagzeuger breiten einen dicht geflockten Teppich mit Rhythmusmustern aus der Karibik oder Afrika aus. Stephen Patterson, einer der beiden Sänger, greift gerne ins Piano und brilliert mit Anleihen aus Theater und Jazz, aus Vaudeville und Ragtime. Die künstlerische Ader ist ausgeprägt, aber man ist sich auch für Pop nicht zu schade. Zur Beschreibung ihrer Musik bedient man sich der bisher unbekannten Bastardbezeichnung Honky-Tonk-Calypso: amerikanisch, britisch, global – es soll alles auf einmal sein. Und es wächst und wächst. Das Debüt „Fort Nightly“ war toll, ambitioniert und ständig von einer stilistischen Ecke in die nächste unterwegs. Der Vorteil des neuen Albums „It’s Frightening“ ist, dass die Songs nun teilweise mehr innere Ruhe ausstrahlen und geradliniger klingen, was den Zugang erleichtert. Aus dem Rahmen fällt das Sextett trotzdem noch. Gleich zu Anfang, in „Percussion Gun“, denkt man wegen des Getrommels an Adam & The Ants. Ausgerechnet. Aber Mut zum Risiko ist natürlich von Vorteil, wenn man auf überzeugende Weise den Genre-Hoppler geben will.

 

Text: Thomas Weiland

Foto: EMI / Andrew Droz Palermo

tip- Bewertung: Fanveranstaltung

 

White Rabbits Magnet, ?Di 1.6., 21 Uhr, VVK: 14 Ђ

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