Konzerte & Party

White schlägt White

Von links nach rechts: Jack White, Jack White

Es war womöglich sein Lebenstraum. Den größten Fußballsong aller Zeiten zu schreiben. Einen Titel, den nicht nur die Deutschen singen, wenn sie fröhlich ihre Heimspiele bestreiten, oder wenn sie siegesgewiss in die Welt fahren. Aber mit „Fußball ist unser Leben“ hat Jack White 1974 ebendiese Ländergrenze aufgezeigt bekommen. Woanders wollte das Lied keiner hören. Dennoch galt der Kölner, Wahlberliner, Ex-Profifußballer und David-Hasselhoff-Entdecker hierzulande nach wie vor als graue Eminenz des Fußballsongs.
Wäre da nur nicht dieser Amerikaner. Der zu allem Überfluss ebenfalls Jack White heißt. Und dessen Song „Seven Nation Army“ seit dem italienischen WM-Sieg 2006 in jedem großen und kleinen Stadion auf der Welt, von jeder Nation und von allen Kontrahenten gleichermaßen gern gesungen wird – ausgiebig auch wieder bei der gerade zu Ende gegangenen EM in Polen und der Ukraine. Selbst bei Google erscheint mittlerweile zuerst dieser White (geb. in Detroit, 1975) und nicht White (geb. in Köln, 1940).
Aber Jack White, der Berliner, ist ja Sportler. Er weiß, dass Jack White, der Amerikaner, mit seinen 37 Jahren gerade einmal halb so alt ist wie er. Und dass man ja gerade auch im Fußball dem Nachwuchs eine Chance geben muss. Außerdem bleibt Jack White, dem Berliner, ja immer noch die Aussicht auf ein David-Hasselhoff-Revival.

Text: Hagen Liebing

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