Konzerte & Party

The Whitest Boy Alive im Festsaal Kreuzberg

The Whitest Boy Alive

Bei The Whitest Boy Alive hat man eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Zieh dir Tanzschuhe an oder setz dich in ein Cabrio und fahr mit offenem Verdeck in den Sommerabend. Da man sich beide Alternativen gern gefallen ließe, wäre es ein Jammer gewesen, hätte die Band an ihren ursprünglichen Plänen für ausschließlich elektronisch erzeugte Tanzmusik festgehalten. The Whitest Boy Alive, das Quartett um Wahlberliner und Kings-of-Convenience-Frontmann Erlend Шye, schwenkten jedoch glücklicherweise frühzeitig um. Von den eigentlichen Plänen ist heute nur noch die musikalische Reduziertheit übrig geblieben.
Mit klassischer Instrumentierung – Gitarre, Bass und Schlagzeug plus einem Keyboard, das jedoch lieber perlt statt piept – arrangieren sie Indie-Rock-Stücke, die ihre klangliche Nähe zum Elektro dennoch nie aufgegeben haben. So klingen sie noch immer tanzbar, durch die Instrumentierung aber ohne die für die üblicherweise am Rechner erzeugte Musik so typische Kälte, und vor allem organischer, greifbarer und näher am Hörer. Gekonnt erschafft das Quartett dabei eine Mischung aus loungiger Entspanntheit und Unternehmungslust, immer begleitet von der melancholischen und fragilen Stimme Шyes, die über den bewusst einfach gehaltenen Songs schwingt und live zum ausgelassenen Tanzen einlädt.

Text: Alex Fughoff

Foto: Lars Borges

The Whitest Boy Alive, Festsaal Kreuzberg, Mo 7.5., 21 Uhr, ausverkauft

Mehr über Cookies erfahren