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Endlich drin!

Der Garten hat wieder auf: Wie komme ich denn nun ins Berghain? 12 Tipps

Das Berghain hat wieder auf, zumindest der Garten mit Hygiene-Konzept. Das führt uns (oder zumindest die Anfänger*innen) wieder zu einer der häufigsten Fragen der Stadt: Wie komme ich eigentlich ins Berghain.

Weil das redaktionsintern schon einige Mitarbeiter*innen geschafft haben (und manche nach eigenen Angaben sogar schon im Vorgänger-Club, dem Ostgut, getanzt haben), haben wir Vermutungen, was förderlich ist an der Tür und in der Schlange – und was eben nicht. Darum soll es nun gehen: 12 Fehler, die Menschen machen, die ins Berghain wollen – die aber ohnehin alle nerven.

Ganz entspannt ins Berghain spazieren? Das geht! Mit unseren Tipps. Foto: Imago Images/Schöning

Villa Kunterbunt, aber als Kleiderschrank

Einer der bekanntesten Tipps für alle, die gern ins Berghain wollen, ist: Zieh dich schwarz an. Nun mag das ein Stück weit stimmen. Das liegt aber nicht unbedingt nur daran, dass das vermeintlich cool ist. Schwarz ist generell die bevorzugte Farbe im Großstadt-Elend. Das liegt daran, dass eine Großstadt schmutzig ist. Auf schwarzem Stoff sieht man die Spuren des Tages und der Nacht am schlechtesten. Es geht hier nicht nur um Stil, sondern auch um Nutzwert. Oder habt ihr schon einmal versucht, Dönersoße, Asche und Vogelscheiße aus einer weißen Bluse zu waschen, um danach wieder frisch auszusehen? Exakt.

Schwarz ist und bleibt Trend-Farbe – ob in Berlin oder im oberbayerischen Pullach (Foto von der Gartenmodenschau von Michaela Keune). Foto: oto: Imago Images/Future Image

Fasching feiern

Das ist ein generelles Problem mit Mode: Trägst du sie – oder trägst sie dich? Wer im Urban Outfitters den Mannequin-Style nachkauft, sieht nun mal danach aus wie Billie Eilish, ist aber eben nicht Billie Eilish. Ausgefallene Mode wird schnell zum Fasching des schlechten Geschmacks, wenn der Träger das Spiel mit ihr nicht gewinnt. Vielleicht tragen auch deshalb die meisten Menschen im Berghain relativ schlichte, praktikable Kleidung.

Jede*r wie er*sie mag, aber manches eignet sich dann doch besser für den Kölner Karneval als fürs Berghain, Sorry. Foto: Imago Images/Future Image

In der Schlange pöbeln

Es ist eigentlich unglaublich, dass man das immer noch erklären muss. Wer in der Warteschlange besoffen Flaschen kaputtwirft, schubst und ungefähr so friedlich wirkt wie Attila Hildmann bei seinen Spinner-Demos, der kommt nicht rein. Übrigens so ziemlich überall nicht, wo es gut ist.

Ein bisschen Respekt bitte: Vom Dorf anreisen und dann besoffen die Schlange aufmischen? Au revoir, Schatzis. Foto: Imago Images/Manngold

Selfie-Time!

Es ist nicht so, dass die Stammgäste nicht schon irgendwann mal ein Selfie vorm Berghain gemacht haben. Dann aber meist nach der Clubnacht. Oder zumindest diskret. Es ist ja nun mal eine Logikfrage. Drinnen herrscht Fotoverbot. Was sollen denn die Leute an der Tür denken, wenn ihr in eurer Reisegruppe schon VOR dem Club 20.000 Selfies macht, wild kichernd und am besten noch mit Blitz? Eben. Persönlicher Höhepunkt war mal einer, der bis kurz vor der Tür laut mit Freunden facetimte.

Ich bin ein Star, lasst mich hier rein: Georgina Fleur und Kader Loth sind Selfie-Profis. Die Berghain-Schlange wäre trotzdem der falsche Ort dafür. Foto: Imago Images/Photopress Müller.

Bloß die Fresse halten

Übrigens heißt das alles nicht, dass ihr nur depressiv zu Boden starren sollt und schweigend wartet, bis ihr nach Hause geschickt werdet. Ja, man kann sich auch in der Berghain-Schlange unterhalten. Vielleicht einfach ein bisschen zivilisiert und nicht, als solle gleich der ganze Club unterhalten werden.

Ja ist klasse, dass der René jetzt seinen Führerschein hat und die Brigitte endlich schwanger ist. Kann man auch drüber sprechen. Aber muss ja nicht die gesamte Schlange hören. Foto: Imago Images/Shotshop

Zu viel Klimbim

Aufhübschen fürs Berghain ist die eine Sache. Wird von den echten Fans ja auch gemacht, mit aufwendigen Ledertops zum Beispiel, mit Strumpfhosen und Gürteln und was nicht allem. Was nicht so gut funktioniert: Hochsteckfrisuren, Perlenketten, Schuhe mit feinem Blümchenprint. Wobei nichts davon per se falsch ist. Es liegt nur eine Vermutung nahe, wenn jemand zu makellos, zu durchgestylt vor der Tür steht: dass das Outfit wichtiger ist als die Ekstase. Denn das ist Berghain: Energie, Tanz, Aufregung. Im Club gibt es keine Spiegel, weil die Menschen sich keine Gedanken über ihr Aussehen machen sollen, sondern loslassen und genießen. Wer dabei darauf achten muss, dass seine Stoffschühchen nicht schmutzig werden, steht eventuell einfach nur im Weg rum.

Ja klar, Karen, du siehst klasse aus. Aber irgendwie nicht so, als würdest du heute noch so richtig steil gehen. Foto: Imago Images/Panthermedia

Niemand mag Besoffene

Niemand mag Besoffene. Sie torkeln in andere Leute hinein, sie sind oft leicht reizbar und kotzen im schlimmsten Fall auf die Tanzfläche. Ja, im Berghain wird getrunken und ja, es werden auch andere Stoffe konsumiert. Muss ja aber nicht heißen, dass man schon so ankommen muss.

Wenn eure Freunde euch schon ins Boot zum Berghain helfen müssen, dann seid ihr eventuell einfach schon zu besoffen. Bild: imago images / Everett Collection

Vordrängeln

Ja, es ist Realität, dass sich Menschen vordrängen. Irgendwo dazwischen huschen und sich eine Stunde sparen. Es sind häufig jene, die sich auskennen. Und/oder die wissen, dass sich kaum jemand traut, lautstarke Diskussionen zu führen. Trotzdem: Wir haben schon mehrfach erlebt, dass Leute an der Tür gefragt wurden, warum sie sich vorgedrängelt haben. Denn erstaunlich oft bekommen die das da vorne mit. Und weil das einfach kein feiner Zug ist, geht es für die Vordrängler*innen dann meistens auch: Wieder heim.

Auch, wenn ihr euer Pferd mitgebracht habt – es wird sich trotzdem hinten angestellt. Das gilt übrigens auch für alle anderen Schlangen, egal ob Gemüse-Kebap oder Supertalent-Casting (wie auf dem Bild). Foto: Imago Images/Brigani Art

Igitt, Heterosexuelle

Das ist selbstverständlich ein Quatschtipp. Heterosexuelle dürfen natürlich ins Berghain. Niemand darf und sollte aber vergessen, dass der Club aus dem Männer-exklusiven Ostgut hervorging und auch heute noch eine stark homosexuelle Ausprägung hat. Aber eben nicht nur. Die normative Sexualität ist bei den vielen Besucher*innen eher Ausnahme oder wird zumindest nur als eine von vielen Möglichkeiten begriffen. Ein Grund, warum das Berghain genau wie andere tendenziell sexpositive Clubs so gut funktioniert, ist, dass sich Menschen hier ausleben können. Und manchmal, wenn da so ein Poser mit seinen vier Bros vor der Tür steht, dann fragen sich einige, ob die das alle begriffen haben. Die Vorsicht an der Tür resultiert in einer besseren Atmosphäre drinnen. Denn was wirklich keine*r braucht in Clubs wie dem Berghain: die gleichen Vorverurteilungen und herabwürdigenden Blicke, die es sonst in der Welt schon an jeder Ecke gibt.

Hetereosexuelle Glückseligkeit. Symbolbild, mit hoher Sicherheit ein Fake. Foto: Imago Images/Westend61

Drogen dabei haben

Vor allem bei einem Stoff namens „G“ machen die Türsteher kurzen Prozess. Die Flüssigkeit ist der Allgemeinheit als „KO-Tropfen“ bekannt (und wird oft fälschlich als Liquid Ecstasy bezeichnet, obwohl es nichts mit dem Wirkstoff zu tun hat). GHB, wie G auch heißt, kann bei minimaler Überdosierung zum Tod führen. Deshalb sind Berliner Clubs, auch, wenn der Umgang mit Drogen dort vielleicht sonst  auch mal laxer ist als anderorts, bei G besonders hart. Wenn es gefunden wird, bekommt der Besitzer erst einmal Hausverbot.

Eins der bescheuertesten Symbolbilder, die wir zum Thema Drogen gefunden haben. Foto: Imago Images/Panthermedia

Diskutieren

Es ist wohl noch nie jemand ins Berghain gekommen, weil er mit den die Tür Bewachenden über deren Entscheidung diskutiert hat. Geht nach Hause, versucht es irgendwann wieder. Ist eigentlich jeder*m schon passiert.

„THIS IS FAKE NEWS“ – nein, Donald, isses nicht. Auf Wiedersehen, vielleicht beim nächsten Mal. Foto: Imago Images/Mediapunch

Tipps glauben

Das Berghain ist ein besonderer Club. Es wird und wurde viel Unfug geschrieben, und wahrscheinlich gehört das hier auch dazu. Hingehen, gucken, rein- oder weggehen. Wenn es nicht klappt, ist es auch Wurst. Das Wichtigste ist wohl: Locker sein und bleiben, wirklich wollen und sich am Ende weder angegriffen fühlen noch etwas darauf einbilden.

Der Beweis, dass unsere Tipps super sind: Ein Bild von drinnen. Foto: tipBerlin

Clubkultur in Berlin: Ganz langsam geht es voran

Das Berghain hat den Garten wieder auf, auch andere Clubs haben mit neuen Konzepten geöffnet. Generell wollen Senat und Clubbetreiber Angebote schaffen – leider hakt es noch, teils bei den Bezirken. Was die meisten eher nicht so gut finden: Illegale Raves, etwa in der Hasenheide. Was zu viele gut finden: Koks-Taxis – die nerven vor allem die Polizei. Aber die meisten wissen sowieso, dass Club-Kultur viel, viel mehr ist als Bumsen, Ballern und Berghain.

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